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»Warum können Sie keine Designtheorie?«

Claudia Gnädinger über neue Anforderungen an Designer

Von Didem Gezginci, Friederike Lorenz und Sandra Rudolph


Dass ein Desi­gner alles gestal­ten kann, sei ihren Auf­trag­ge­bern längst bekannt. In ihrem Design­bü­ro wer­den immer häu­fi­ger Theo­rie- und Bera­tungs­leis­tun­gen ange­fragt, berich­tet Clau­dia Gnä­din­ger. Die visu­el­le Umset­zung kom­me erst an drit­ter Stel­le, beob­ach­tet die viel­sei­ti­ge Desi­gne­rin. Stän­dig wech­seln­de Inha­ber sei­en der Grund, war­um Ana­ly­sen des Unter­neh­mens und Begrün­dun­gen des Designs in schrift­li­cher Form immer gefrag­ter wer­den.

Auch aus gestal­te­ri­scher Sicht gäbe es neue Anfor­de­run­gen an den Desi­gner von heu­te. Durch den tech­ni­schen Fort­schritt habe sich der Fokus der Arbeit auf die »Mobi­li­tät der Gestal­tung« gelegt. Ein Logo zum Bei­spiel, müs­se sich »in allen Grö­ßen, Wei­ten, Tie­fen bewe­gen kön­nen«, so Clau­dia Gnä­din­ger.

Was sich im Lau­fe der Zeit den­noch nicht ver­än­dert habe, sei der Appell an die Emo­tio­nen. Gute Gestal­tung müs­se im Kopf und im Her­zen wahr­ge­nom­men wer­den – und blei­ben.

 


»Sprache für die Form«, Doppelausgabe Nr. 12 und 13, Herbst 2018