Valentin Wormbs
Valentin Wormbs ist Professor für Image Design an der Hochschule Konstanz. Er studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart Kunsterziehung und Freie Grafik sowie an der Universität Stuttgart Germanistik. Er schloss sein Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste mit einem Aufbaustudium Freie Grafik ab (entsprechend einem heutigen M. A.). Valentin Wormbs beschäftigt sich neben seiner freien künstlerischen Ausstellungstätigkeit mit der Entwicklung von Bildsprachen für Unternehmen und Institutionen. Seine fotografischen Arbeiten sind in zahlreichen Unternehmenspublikationen, Büchern und Zeitschriften erschienen.
Mneme
lat. memoria; griech. mneme; dt. Gedächtnis | | In der klassischen Rhetoriklehre wird der rhetorische Prozess – also das Entstehen einer Rede von den ersten Überlegungen bis hin zum Vortrag – gemeinhin in die fünf Schritte heuresis, taxis, lexis, mneme und hypocrisis eingeteilt. Die Mneme dient als vierter Schritt im rhetorischen Prozess dem Einprägen und Verinnerlichen der zu haltenden Rede durch Einsatz differenzierter Memoriertechniken. | | Der Designprozess als Entwurfs- und Gestaltungsprozess lässt sich parallel zum rhetorischen Prozess beschreiben. Der Mneme entspricht im Designprozess konkret das Einprägen einer Präsentation und allgemein das Prüfen der Angemessenheit der Gestaltung durch das Verinnerlichen (gelingt es, ist das ein Indiz für die Angemessenheit, gelingt es nicht, ist das ein Indiz für Fehler in der Gestaltung).
Hypocrisis
lat. actio, pronuntiatio; griech. hypocrisis; dt. Rede (halten), Vortrag | | In der klassischen Rhetoriklehre wird der rhetorische Prozess – also das Entstehen einer Rede von den ersten Überlegungen bis hin zum Vortrag – gemeinhin in die fünf Schritte heuresis, taxis, lexis, mneme und hypocrisis eingeteilt. Die Hypocrisis dient als fünfter Schritt im rhetorischen Prozess dem wirkungsvollen Halten einer Rede. | | Der Designprozess als Entwurfs- und Gestaltungsprozess lässt sich parallel zum rhetorischen Prozess beschreiben. Der Hypocrisis entspricht im Designprozess die wirkungsvolle Präsentation eines Entwurfs und seiner Konzeption.
Lexis
lat. elocutio; griech. lexis; dt. Ausdruck, Stil | | In der klassischen Rhetoriklehre wird der rhetorische Prozess – also das Entstehen einer Rede von den ersten Überlegungen bis hin zum Vortrag – gemeinhin in die fünf Schritte heuresis, taxis, lexis, mneme und hypocrisis eingeteilt. Die Lexis dient als dritter Schritt im rhetorischen Prozess der wirkungsvollen Formulierung mit Hilfe angemessen eingesetzter Stilmittel. | | Der Designprozess als Entwurfs- und Gestaltungsprozess lässt sich parallel zum rhetorischen Prozess beschreiben. Der Lexis entspricht im Designprozess das Gestalten im engeren Sinne.
Taxis
lat. dispositio; griech. taxis; dt. Gliederung, Anordnung | | In der klassischen Rhetoriklehre wird der rhetorische Prozess – also das Entstehen einer Rede von den ersten Überlegungen bis hin zum Vortrag – gemeinhin in die fünf Schritte heuresis, taxis, lexis, mneme und hypocrisis eingeteilt. Die Taxis dient als zweiter Schritt im rhetorischen Prozess der Gliederung des Themas und der Anordnung der Argumente. | | Der Designprozess als Entwurfs- und Gestaltungsprozess lässt sich parallel zum rhetorischen Prozess beschreiben. Der Taxis entspricht im Designprozess die Konzeption.
Heuresis
lat. inventio; griech. heuresis; dt. Findungslehre, Invention | | In der klassischen Rhetoriklehre wird der rhetorische Prozess – also das Entstehen einer Rede von den ersten Überlegungen bis hin zum Vortrag – gemeinhin in die fünf Schritte heuresis, taxis, lexis, mneme und hypocrisis eingeteilt. Die Heuresis dient als erster Schritt im rhetorischen Prozess der Themenfindung und -entwicklung sowie dem Auffinden plausibler Argumente. | | Der Designprozess als Entwurfs- und Gestaltungsprozess lässt sich parallel zum rhetorischen Prozess beschreiben. Der Heuresis entspricht im Designprozess die Ideenfindung und die Recherche.
Oxymoron
lat. oxymora verba, griech. oxymoron, dt. Verbindung zweier sich widersprechender Begriffe | | »Oxymoron« wird genannt, wenn zwei Begriffe, die sich widersprechen, miteinander verknüpft werden, um dadurch einen neuen, oft verblüffenden Sinn zu schaffen (»aufgeklärte Naivität«). | | In der Gestaltung kann mit einem Oxymoron durch die Verbindung von Gegensatzpaaren ein Verblüffungseffekt hervorgerufen werden, beispielsweise dann, wenn durch Fotobearbeitung eines Mannes linke mit einer Frau rechten Gesichtshälfte verschmolzen wird.
Barbarismus
lat. barbarismus; griech. barbarismos; dt. Fehler im Wort | | Ein Barbarismus liegt vor, wenn ein Wort gegen die korrekte Form verwandt wird, zum Beispiel bei der Eindeutschung englischer Begriffe (»Beim Freelancen muss gefightet werden«). | | In der Gestaltung kann als »Barbarismus« der Verstoß gegen handwerkliche Regeln bezeichnet werden, zum Beispiel wenn in einer Kursivschrift kein echter Schnitt vorliegt, sondern die Buchstaben nur geneigt werden.
Inventio
lat. inventio; griech. heuresis; dt. Findungslehre, Invention | | In der klassischen Rhetoriklehre wird der rhetorische Prozess – also das Entstehen einer Rede von den ersten Überlegungen bis hin zum Vortrag – gemeinhin in die fünf Schritte inventio, dispositio, elocutio, memoria und actio eingeteilt. Die Inventio dient als erster Schritt im rhetorischen Prozess der Themenfindung und -entwicklung sowie dem Auffinden plausibler Argumente. | | Der Designprozess als Entwurfs- und Gestaltungsprozess lässt sich parallel zum rhetorischen Prozess beschreiben. Der Inventio entspricht im Designprozess die Ideenfindung und die Recherche.
Dispositio
lat. dispositio; griech. taxis; dt. Gliederung, Anordnung | | In der klassischen Rhetoriklehre wird der rhetorische Prozess – also das Entstehen einer Rede von den ersten Überlegungen bis hin zum Vortrag – gemeinhin in die fünf Schritte inventio, dispositio, elocutio, memoria und actio eingeteilt. Die Dispositio dient als zweiter Schritt im rhetorischen Prozess der Gliederung des Themas und der Anordnung der Argumente. | | Der Designprozess als Entwurfs- und Gestaltungsprozess lässt sich parallel zum rhetorischen Prozess beschreiben. Der Dispositio entspricht im Designprozess die Konzeption.