Elocutio

lat. elo­cu­tio; griech. lexis; dt. Aus­druck, Stil | | In der klas­si­schen Rhe­to­rik­leh­re wird der rhe­to­ri­sche Pro­zess – also das Ent­ste­hen einer Rede von den ers­ten Über­le­gun­gen bis hin zum Vor­trag – gemein­hin in die fünf Schrit­te inven­tio, dis­po­si­tio, elo­cu­tio, memo­ria und actio ein­ge­teilt. Die Elo­cu­tio dient als drit­ter Schritt im rhe­to­ri­schen Pro­zess der wir­kungs­vol­len For­mu­lie­rung mit Hil­fe ange­mes­sen ein­ge­setz­ter Stil­mit­tel. | | Der Design­pro­zess als Ent­wurfs- und Gestal­tungs­pro­zess lässt sich par­al­lel zum rhe­to­ri­schen Pro­zess beschrei­ben. Der Elo­cu­tio ent­spricht im Design­pro­zess das Gestal­ten im enge­ren Sinne.

Memoria

lat. memo­ria; griech. mne­me; dt. Gedächt­nis | | In der klas­si­schen Rhe­to­rik­leh­re wird der rhe­to­ri­sche Pro­zess – also das Ent­ste­hen einer Rede von den ers­ten Über­le­gun­gen bis hin zum Vor­trag – gemein­hin in die fünf Schrit­te inven­tio, dis­po­si­tio, elo­cu­tio, memo­ria und actio ein­ge­teilt. Die Memo­ria dient als vier­ter Schritt im rhe­to­ri­schen Pro­zess dem Ein­prä­gen und Ver­in­ner­li­chen der zu hal­ten­den Rede durch Ein­satz dif­fe­ren­zier­ter Memo­rier­tech­ni­ken. | | Der Design­pro­zess als Ent­wurfs- und Gestal­tungs­pro­zess lässt sich par­al­lel zum rhe­to­ri­schen Pro­zess beschrei­ben. Der Memo­ria ent­spricht im Design­pro­zess kon­kret das Ein­prä­gen einer Prä­sen­ta­ti­on und all­ge­mein das Prü­fen der Ange­mes­sen­heit der Gestal­tung durch das Ver­in­ner­li­chen (gelingt es, ist das ein Indiz für die Ange­mes­sen­heit, gelingt es nicht, ist das ein Indiz für Feh­ler in der Gestaltung).

Actio

lat. actio, pronun­tia­tio; griech. hypo­cri­sis; dt. Rede (hal­ten), Vor­trag | | In der klas­si­schen Rhe­to­rik­leh­re wird der rhe­to­ri­sche Pro­zess – also das Ent­ste­hen einer Rede von den ers­ten Über­le­gun­gen bis hin zum Vor­trag – gemein­hin in die fünf Schrit­te inven­tio, dis­po­si­tio, elo­cu­tio, memo­ria und actio ein­ge­teilt. Die Actio dient als fünf­ter Schritt im rhe­to­ri­schen Pro­zess dem wir­kungs­vol­len Hal­ten einer Rede. | | Der Design­pro­zess als Ent­wurfs- und Gestal­tungs­pro­zess lässt sich par­al­lel zum rhe­to­ri­schen Pro­zess beschrei­ben. Der Actio ent­spricht im Design­pro­zess die wir­kungs­vol­le Prä­sen­ta­ti­on eines Ent­wurfs und sei­ner Konzeption.

Rainer Gabriel

Rai­ner Gabri­el pro­mo­vier­te zum The­men­kom­plex »Merkfähig­keit von Archi­tek­tur und Gestal­tung neu­ro­na­ler modu­la­rer Pro­zesse«. Er arbei­tet als frei­be­ruf­li­cher Autor und Illus­tra­tor. Nach sei­nem Stu­di­um des Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­signs in Wup­per­tal, das er sich als Gag-Schrei­ber für das Fern­se­hen finan­zier­te, war er in der Wer­be­bran­che tätig und hat dort im Bereich der neu­en Medi­en, zuerst im Auf­trag sei­nes Arbeit­ge­bers und spä­ter frei­be­ruf­lich, zahl­rei­che Groß­kun­den im Bereich »Text und Kon­zept« betreut. Heu­te ent­wi­ckelt er Film­stof­fe, Bühnen­stücke, Video­in­stal­la­tio­nen und Geschich­ten quer durch alle Medi­en. Zudem enga­giert er sich in ver­schie­de­nen For­schungs­grup­pen, wie z. B. der »TRACE«-Gruppe um Prof. Dr. Hei­ner Mühl­mann und Prof. Dr. Dr. Tho­mas Grunwald.

Shayenna Misko

An der Hoch­schu­le Kon­stanz, wo sie bereits ihren »Bache­lor of Arts« erwor­ben hat, stu­diert Shay­enna Mis­ko im Mas­ter­stu­di­en­gang Kommunikationsdesign.

Julius Lengert

Dr. Juli­us Len­gert berät mit sei­nem Insti­tut für Kul­tur-Anthro­po­lo­gie Design­agen­tu­ren, Stadt­pla­nungs- und Archi­tek­tur­bü­ros. Mit sei­ner ange­wand­ten Phi­lo­so­phie hat Len­gert die Grund­hal­tung des Sie­mens-Designs geprägt. Aus den 1980er Jah­ren stammt sei­ne Defi­ni­ti­on des Design-Begriffs: »Design ist das bewuss­te Erzeu­gen einer Wir­kung durch die Gestalt.« Len­gert stu­dier­te Phi­lo­so­phie bei Ernst Bloch, Semio­tik bei Max Ben­se, Kul­tur-Anthro­po­lo­gie bei Fried­rich Georg Fried­mann. Er pro­mo­vier­te über »kon­kre­te Uto­pien« und plä­diert für einen Bewusst­seins­wan­del vom linea­ren, seg­men­tä­ren zum kom­ple­men­tä­ren, »kuge­li­gen« Den­ken und kämpft gegen die »Ver­haus­schwei­nung des Men­schen« durch Tech­nik und Konsum.

Michael Astroh

Micha­el Astroh stu­dier­te Phi­lo­so­phie, Ger­ma­nis­tik und Romani­stik an der Uni­ver­si­tät Bonn sowie der Éco­le Nor­ma­le Supé­ri­eu­re in Paris. Ab 1974 war er frei­er Mit­ar­bei­ter der »Neu­en Zür­cher Zei­tung«. 1982 pro­mo­vier­te er am Hoger Insti­tuut voor Wijs­be­ge­er­te der Uni­ver­si­tät Löwen (Bel­gi­en). Nach einem mehr­jährigen For­schungs­auf­ent­halt am Wolfson Col­lege, Oxford, habi­li­tier­te er an der Uni­ver­si­tät des Saar­lan­des und erhielt eine Hei­sen­berg-Dozen­tur. Seit 1995 lehrt Micha­el Astroh an der Ernst-Moritz-Arndt-Uni­ver­si­tät Greifs­wald als Pro­fes­sor für Phi­lo­so­phie. Sei­ne Ver­öf­fent­li­chun­gen wid­men sich einer­seits Fra­gen der Lite­ra­tur und Kunst, ande­rer­seits Pro­ble­men der Sprach­phi­lo­so­phie, der Logik und ihrer Geschichte.

Ernst Peter Fischer

Ernst Peter Fischer stu­dier­te Phy­sik und Bio­lo­gie in Köln und Pasa­de­na (USA) und ist diplo­mier­ter Phy­si­ker, pro­mo­vier­ter Bio­lo­ge und habi­li­tier­ter Wis­sen­schafts­his­to­ri­ker. Prof. Dr. Fischer lehrt Wis­sen­schafts­ge­schich­te an der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg und ist frei­be­ruf­lich tätig als Wis­sen­schafts­ver­mitt­ler und Bera­ter, unter ande­rem für die Stif­tung »Forum für Ver­ant­wor­tung«. Er ist Autor zahl­rei­cher Bücher – zuletzt sind u. a. erschie­nen: Die Cha­ri­té – ein Kranken­haus in Ber­lin (2009), Die kos­mi­sche Hin­ter­trep­pe (2010), Laser (2010), Das gro­ße Buch der Elek­tri­zi­tät (2011). Ihm wur­den zahl­rei­che Aus­zeich­nun­gen zuteil, unter ande­rem die Lorenz-Oken-Medail­le (2002), der Edu­ard-Rhein-Kul­tur­preis (2003), die ­Tre­vi­ra­nus-Medail­le des Ver­ban­des Deut­scher Bio­lo­gen (2003) und der Sar­to­ri­us-Preis der Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten zu Göt­tin­gen (2004).

Klimax

lat. cli­max, gra­da­tio; griech. kli­max; dt. (Sinn-, Ausdrucks-)Steigerung | | Mit einer Kli­max wird mit­tels der Wie­der­ho­lung von Wor­ten oder Satz­tei­len eine Stei­ge­rung erzeugt (»Sie ist eine ganz beson­de­re Frau, nein, die Frau, eine Schön­heit, nein, das Schö­ne, ein Engel, nein, gewiss eine Göt­tin«). | | In der visu­el­len Gestal­tung kön­nen mit­tels Stei­ge­run­gen, zum Bei­spiel das ste­ti­ge Ver­stär­ken eines Farb­im­pul­ses, dra­ma­tur­gi­sche Effek­te und wach­sen­de Inten­si­tät her­vor­ge­ru­fen werden.

Amphibolie

lat. ambi­gui­tas; griech. amphi­bo­lia; dt. Dop­pel-, Zwei-, Mehr-, Viel­deu­tig­keit | | Mit »Ambi­gui­tät« oder »Amphi­bo­lie« wer­den dop­pel- oder mehr­deu­ti­ge Äuße­run­gen bezeich­net, die ver­schie­den inter­pre­tiert wer­den kön­nen (»Mit einem Schloss ist man auf der siche­ren Sei­te«). So wird mit ver­schie­de­nen Bedeu­tungs­ebe­nen gespielt und gekonnt mit einem Miss­ver­ständ­nis jon­gliert, was für Über­ra­schung und Aha-Effek­te sor­gen und auch Amü­se­ment aus­lö­sen kann. | | Durch den Ein­satz von Amphi­bo­lie ver­weist die Gestal­tung auf einen tie­fe­ren Sinn unter ihrer Oberfläche.