Ambiguität
lat. ambiguitas; griech. amphibolia; dt. Doppel-, Zwei-, Mehr-, Vieldeutigkeit | | Mit »Ambiguität« oder »Amphibolie« werden doppel- oder mehrdeutige Äußerungen bezeichnet, die verschieden interpretiert werden können (»Mit einem Schloss ist man auf der sicheren Seite«). So wird mit verschiedenen Bedeutungsebenen gespielt und gekonnt mit einem Missverständnis jongliert, was für Überraschung und Aha-Effekte sorgen und auch Amüsement auslösen kann. | | Durch den Einsatz von Ambiguität verweist die Gestaltung auf einen tieferen Sinn unter ihrer Oberfläche.
Bettina Schröm
Bettina Schröm, M. A., hat an der Konstanzer Universität Germanistik und Romanistik studiert, anschließend bei einer regionalen Tageszeitung volontiert und mehrere Jahre lang als Kulturredakteurin gearbeitet. Als freie Journalistin war sie anschließend für Tageszeitungen in Deutschland und der Schweiz sowie für diverse Fachmagazine tätig. Seit 2009 ist Bettina Schröm an der Hochschule Konstanz Referentin der Studiengänge Kommunikationsdesign und unter anderem für deren Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Zudem ist sie Redakteurin von »Sprache für die Form«.
Allegorie
lat. permutatio; griech. allegoria; dt. Sinnbild, Gleichnis, »Anderssagen« | | Eine Allegorie ist eine Ansammlung von Metaphern, die aus einer Bildwelt zusammengefügt werden. So entsteht ein sinnbildlicher Zusammenhang, ein Gleichnis. (»Ihre Liebe war wie ein Schiff ohne Kapitän, ziellos schwamm es über ein Meer von Lügen, die Takelage von zu vielen Stürmen der Eifersucht zerrissen, der Anker war eingerostet, und am Ende kenterte das Schiff im Hafen der Ehe.«) Allegorien veranschaulichen komplexe Sachverhalte. | | Allegorien spielen in der Gestaltung eine bedeutende Rolle. So werden im Corporate Design durch den Einsatz mehrerer Metaphern aus einem Metaphernfeld Allegorien gebildet, um ein Unternehmen oder eine Institution in ihrer Gesamtheit und Vielfältigkeit zu versinnbildlichen.
Alliteration
lat. annominatio; dt. Anlaut- oder Stabreim, Gleichklang im Anklang | | »Alliteration« wird genannt, wenn eine Wortfolge den Anklang wiederholt (»Wie wahr, wie wahr, wunderbar war’s wieder«). Klangwiederholungen rhythmisieren, akzentuieren und geben der Sprache oft einen spielerisch-ironischen Ton. | | In der Werbesprache wird oft mit Alliterationen gearbeitet. Eine gestalterische Entsprechung könnte im wiederholten Einsatz eines Farbakzentes, beispielsweise zur Auszeichnung von einer Informationsebene in einem Layout, gesehen werden.
Katachrese
lat. abusio; griech. katachresis; dt. Stilbruch, -fehler, unangemessene Ausdrucksweise | | Die Katachrese bricht die Regeln der angemessenen Ausdrucksweise. Das kann als Stilbruch zu neuen, gar poetischen, witzigen Aussagen führen (»Ein Dichterfürst lebet von erhabenem Geiste und trockenen Semmeln«), als Stilfehler aber auch zu ungewollter Komik (»Der Fluß des Lebens klappert wie die Mühle am rauschenden Bach durch die Wüste der Erkenntnis«). | | Designer setzen Katachresen gern ein, um Aufmerksamkeit zu erzwingen, zu überraschen und zu verblüffen. Allerdings wirkt manch Stilbruch bemüht, und Stilfehler fallen auf den Verursacher zurück …
Thomas Fuchs
Thomas Fuchs hat seine Studien in Grafikdesign und Illustration an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart 1997 abgeschlossen. Seither lebt er in New York. Für seine Arbeiten, die international publiziert werden, wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Ruedi Baur
Ruedi Baur studierte Grafik und Design an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich (HGKZ). Er war Mitgründer des Ateliers BBV (Lyon, Mailand, Zürich) sowie des Intégral concept. Der Atelierverbund konzentriert sich auf Corporate Identity, Leit- und Orientierungssysteme sowie Informationsprogramme. So hat Ruedi Baur unter anderem die Orientierungssysteme und visuellen Identitäten geschaffen für den Flughafen Köln-Bonn, für das Filmmuseum und für das Centre Georges Pompidou in Paris geschaffen. Von 1995 bis 2004 lehrte Prof. Dr. h. c. Ruedi Baur an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, von 2004 bis 2011 stand der international renommierte Designer dem das Forschungsinstitut für Design (Design2Context) an der Zürcher Hochschule für Kunst vor. Er ist Mitglied Alliance Graphique Internationale (AGI) und wirkte als deren Präsident.
Marie-Christine von Locquenghien
An der Hochschule Konstanz hat Marie-Christine von Locquenghien Kommunikationsdesign studiert und die Titel »Bachelor of Arts« und »Master of Arts« erworben.
Jochen Rädeker
Jochen Rädeker ist Professor für Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt »Corporate Design und Corporate Identity« an der Hochschule Konstanz. Nach seinem Grafikdesignstudium an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart war er Mitgründer des Designbüros »Strichpunkt«, dessen geschäftsführender Gesellschafter er bis heute ist. »Strichpunkt« gehört mit Sitz in Stuttgart, Berlin und München zu den größten Designbüros im deutschsprachigen Raum, wurde mit über 600 internationalen Awards ausgezeichnet und ist seit über einem Jahrzehnt konstant in den Top 10 der Kreativrankings vertreten. Von 2003 bis 2012 war Rädeker Vorstandsmitglied des Art Directors Club Deutschland (ADC) und leitete den ADC von 2009 bis 2012 als Vorstands- und Präsidiumssprecher. Jochen Rädeker hat mehrere Fachbücher zum Thema Design, Unternehmenskommunikation und Reporting verfasst.
Ursula Gillmann
Prof. Ursula Gillmann ist Ausstellungsgestalterin; sie will dafür sorgen, dass Museen ihre Inhalte nicht nur im Glaskasten präsentieren, sondern zu Erlebniswelten werden, die alle Sinne ansprechen. Ursula Gillmann hat unter anderem für das Museum für Hamburgische Geschichte und das Alpine Museum in Innsbruck gestalterisch gewirkt. Sie lehrt Ausstellungsdesign an der Hochschule Darmstadt und leitet das Atelier Gillmann+Co in Basel.