Tagungsankündigung

»text | text | text« – Tagung über Interdisziplinarität

Im Juni 2016 wird in Konstanz über das Schreiben debattiert

Von Bettina Schröm


Wer schreibt, bezieht sich in der Regel auf andere Texte. Wo aber verlaufen die Grenzen zwischen Zitat und Plagiat? Solchen und ähnlichen Fragen will die Tagung »text | text | text – Zitat, Referenz, Plagiat und andere Formen der Intertextualität« nachgehen. Sie findet am 10. und 11. Juni 2016 an der Hochschule Konstanz statt und wird vom dortigen »Institut für professionelles Schreiben« gemeinsam mit dem Schweizer »Forum wissenschaftliches Schreiben« veranstaltet.

Viele Plagiatsaffären haben für Aufmerksamkeit und Rücktritte gesorgt. Auch die Hochschulen sind alarmiert, prüfen die Texte ihrer Studenten mit Plagiats-Software und ringen um den seriösen Ruf der Wissenschaften. Schreiben allerdings – und gerade wissenschaftliches Schreiben – ist ohne Referenzen und Zitate kaum möglich und auch nicht wünschenswert. Schließlich gehört der Rückgriff auf das bereits Erreichte zu den Grundvoraussetzungen aktueller Forschung. Es ist tägliches Geschäft von Autoren, die Argumente anderer heranzuziehen, abzuwägen und zu bewerten. Denn Position beziehen kann nur, wer die anderen zur Kenntnis nimmt. Texte sind so gleichzeitig Inspirationsquelle und Vorbild für andere Schreiber.

Die Konstanzer Tagung beleuchtet das Feld der Intertextualität in Ausbildung und Beruf unter einem wissenschaftlichen und einem didaktischen Blickwinkel. Sie richtet sich an Forscher, die sich täglich in wissenschaftlichen Diskursen austauschen, an Studenten, aber vor allem auch an Dozenten und Berater, die korrektes wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben vermitteln.

Vier Plenarredner werden Schwerpunktreferate halten, in denen sie das Thema »Intertextualität« aus ihrer Sicht beleuchten: Prof. Dr. Gert Ueding, emeritierter Ordinarius für allgemeine Rhetorik an der Universität Tübingen und Herausgeber des »Historischen Wörterbuchs der Rhetorik«; Prof. Dr. Martin Luginbühl, ab Frühjahr 2016 Professor für germanistische Linguistik an der Universität Basel, bis dahin Inhaber des Lehrstuhls für deutsche Sprachwissenschaft an der Université de Neuchâtel; Prof. Dr. Martin Hielscher, Programmleiter für Literatur im Verlag C. H. Beck in München und Honorarprofessor an der Universität Bamberg; Prof. Dr. Volker Friedrich, Professor für Schreiben und Rhetorik an der Hochschule Konstanz sowie Direktor des »Institutes für professionelles Schreiben« (IPS), das gemeinsam mit dem »Forum wissenschaftliches Schreiben« (FWS) Gastgeber der Tagung im L-Gebäude der Hochschule Konstanz ist und das ist in diesem Jahr zehnjähriges Bestehen feiert.

Neben den großen Vorträgen gibt es für Teilnehmer die Möglichkeit, ihre eigene Arbeit zu präsentieren oder Diskussionsrunden zu leiten. Bereits am Vortag, am Donnerstag, 9. Juni 2016, findet ein Pre-Conference-Workshop für Promovenden statt.

Weitere Information und Anmeldung unter folgender Internetseite: http://www.htwg-konstanz.de/Tagung-Intertextualitaet-2016.7556.0.html

Tagung 2016 Intertextualität

»Sprache für die Form« wird – voraussichtlich in der Herbstausgabe 2016 – über die Tagung berichten.


»Sprache für die Form«, Ausgabe Nr. 7, Herbst 2015