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»Formgebung – ein schönes deutsches Wort«
Julius Lengert über Wirkungen und Inszenierungen
Julius Lengert blickt auf die Entwicklung des Designs in Deutschland zurück und auf die Rolle, die die Formgebung bei der Firma »Siemens« spielte. Der Designer könne, so Lengert, als Dienstleister nicht mit einer »Gefallensästhetik« operieren, er müsse seine Leistungen dem Auftraggeber gegenüber mit Worten vermitteln.
Doch bestehe zwischen Designern einerseits und andererseits denjenigen, die nicht auf qualitative, sondern auf quantitative Argumente ausgerichtet sind, eine sprachliche Kluft. Um sie zu überwinden, müssen die Wirkungsabsichten der Auftraggeber genau erfragt werden. Denn eine Formgebung werde an ihrer Wirkung gemessen, von ihr müsse Design ausgehen.
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»Gestaltwahrnehmung hat eine kulturelle Komponente«
Rainer Gabriel über Designer in der Forschung
Rainer Gabriel hat als Kommunikationsdesigner in der interdisziplinärer Forschungsgruppe »TRACE« (Transmission in Rhetorics, Arts and Cultural Evolution) Erfahrungen gesammelt und eine Doktorarbeit auf der Grundlage experimenteller Forschung ausgearbeitet. Rhetoriker und Neurowissenschaftler versuchen in dieser Forschungsgruppe kulturelle Evolutionstheorien zu entwickeln und sie durch neurowissenschaftliche Experimente zu überprüfen.
»Ohne das Zutun der künstlerischen oder designerischen Seite hätten diese Experimente gar nicht stattfinden können«, hebt Gabriel hervor und geht im Interview der Frage nach, welche Rolle Designer in Forschungsgruppen einnehmen und wie sie an der Visualisierung von Forschung mitwirken können. In den Experimenten für seine Doktorarbeit ging er den kulturellen Prägungen nach, die unserer Wahrnehmung vorausgehen.
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»Kommunikationsdesigner statt Pressesprecher«
Ernst Peter Fischer über eine neue Wissenschaftsvermittlung
Informationsfragmente seien wenig geeignet, um Wissenschaft ganzheitlich und anschaulich zu vermitteln, ein »Bild der Wissenschaft muss wieder entstehen« – auch im wörtlichen Sinn, sagt Ernst Peter Fischer.
Im Interview erläutert der Wissenschaftshistoriker, welchen Stellenwert die Rhetorik dabei hat und welche Rolle Kommunikationdesigner in einem interdisziplinären Studiengang »Wissenschaftsvermittlung« spielen könnten: »Wir müssen Menschen, die Naturwissenschaften gut verstehen, mit Menschen zusammenbringen, die etwas von Rhetorik verstehen und die etwas von Gestaltung verstehen.«
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»Die Details sind nicht so wichtig«
Michael Astroh über die Nähe von Design und Rhetorik
Kreative Arbeit sei der Liebe ähnlich: Regeln helfen nur in einem gewissen Maße, weiß der Philosoph Michael Astroh darzulegen. In der kreativen Arbeit gehe es in einem ersten Schritt darum, durch Differenzieren und Variieren herauszufinden, worum es genau gehe. Das Differenzierungsvermögen stärkt die philosophische Phänomenologie, die Michael Astroh als Zugang zur Ästhetik nutzt.
Im Interview legt der Philosoph aus Greifswald dar, welchen Gewinn Designer aus der disziplinenübergreifenden Zusammenarbeit ziehen können.
Strich für Strich
Die Welt in der Sprechblase
Das große Reden in Schwarzweiß
Wir erreden und erschreiben uns die Welt, so machen wir sie uns, wie es uns gefällt – so lassen es Thomas Fuchs‹ Illustrationen vermuten …











