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»Die Welt ist komplizierter«

Michaela Karl über eine doch nicht so unpolitische Generation

Von Didem Gezginci und Eva Hillemeyr


Seit den 1968er Jah­ren habe sich viel in der poli­ti­schen Rhe­to­rik getan. Man muss­te frü­her gut vor­be­rei­tet sein. Die Sprech­wei­se war kom­pli­ziert, die Sät­ze län­ger. Visu­el­le Unter­stüt­zung gab es nicht. Heu­te sei die Sprech­wei­se ein­fa­cher, ver­ständ­li­cher, schlicht kür­zer. Manch­mal stel­le sie sich vor, wie Rudi Dutsch­ke heut­zu­ta­ge auf Twit­ter schrei­ben wür­de, amü­siert sich Dr. Michae­la Karl im Gespräch.

Neben den heu­ti­gen Stu­den­ten, die wohl gar nicht so unpo­li­tisch sei­en, wie ihr Ruf ver­mu­ten las­se, könn­ten sich auch die Krea­ti­ven ver­mehrt in die Poli­tik ein­brin­gen. Krea­ti­ve, egal ob Lite­ra­ten oder Desi­gner, könn­ten in der nicht unbe­dingt von Visio­nä­ren gepräg­ten Poli­tik neue Denk­an­sät­ze lie­fern.

Für gerin­ge Wahl­teil­nah­men hat Michae­la Karl aller­dings kein Ver­ständ­nis. Gera­de Frau­en soll­ten von ihrem Wahl­recht Gebrauch machen, denn ihr Geschlecht hat in der Geschich­te für die­ses Grund­recht gekämpft.


»Sprache für die Form«, Doppelausgabe Nr. 8 und 9, Herbst 2016