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»Man muss lernen, in Zusammenhängen zu argumentieren«
Über Freiheit und ihren Rahmen spricht Karsten Henze
Karsten Henze begann als Industriekaufmann 1984 seine Karriere bei der Siemens AG, doch seit Jahren ist er in der Kreativbranche tätig, denn er wagte als Diplom-Kommunikationswirt den Sprung von der Unternehmensseite in eine Agentur und bewarb sich bei MetaDesign in Berlin. Angefuchst von »allen Facetten des Designs« war er zunächst vier Jahre Designmanager bei MetaDesign und anschließend zwei Jahre Account Director bei Pixelpark. 2001 kam dann der Schritt zurück auf Unternehmenseite zur Deutschen Bahn AG.
Karsten Henze sieht eine Schlüsselkompetenz von jungen Gestaltern im Durchsetzungsvermögen und der Argumentation. Meistens fühlen sich Gestalter in großen Konzern verloren, denn dort geht es »zum Großteil gar nicht um die Themen, sondern es geht um das Gefüge. Es geht darum: Wer kann mit Wem? Mit welcher Kralle muss ich mich abstimmen?« Für Karsten Henze geht es »niemals um ein Stück Design, es geht immer um den Kontext«.
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»Für mich ist es wie kochen«
Wie Walter Schönauer Magazine schmackhaft macht
»Ich glaube, ich bin seit zehn Jahren daran, eine ›Website‹ zu machen«, gesteht der österreichische Art-Direktor und Gestalter Walter Schönauer. Der Grund für die fehlende Visitenkarte und den unfertigen Internetauftritt kennt er: »Man gestaltet sie, und zwei Wochen später gefallen sie dir nicht mehr.«
Walter Schönauer spricht im Interview über seine besondere Beziehung zur Musik, die ihm dazu verhalf, Plattencover für namhafte Musiker wie Herbert Grönemeyer zu gestalten. Zudem beschreibt er die Lust, Magazine zu gestalten, und nennt das Rezept für gute Magazingestaltung: »Du hast die bestimmten Zutaten an Geschichten im Heft, […] und daraus musst du ein Gemisch machen, dass eine interessante Spannung entsteht.« Und dann erzählt Walter Schönauer von einem Traum: einmal im Leben wie ein Mönch eine Bibel zu schreiben – aber fertigwerden.
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»Jede Schweizer Metzgerei braucht ein Corporate Design«
Robert Lzicar studiert die eidgenössische Grafik
Forschung oder Praxis? Robert Lzicar spricht über die Unterschiede in der Designausbildung und wie der theoretische und forschende Ansatz die alltägliche Arbeit in Agenturen verbessern kann. Darum bemüht er sich selbst in der eigenen Agentur und seiner lehrenden und forschenden Funktion an der Hochschule der Künste Bern. Er glaubt, dass Praxis und Theorie voneinander lernen können und sollten, aber »der universelle Designpraktiker oder -theoretiker« könne nicht ausgebildet werden.
Robert Lzicar legt seinen Forschungsschwerpunkt auf Designgeschichte. Sein Promotionsvorhaben ist in der »Kunstgeschichte der modernen Gegenwartskunst« angesiedelt und stellt die Frage in den Mittelpunkt, wie in Grafikdesign Geschichte geschrieben wird und wo die Unterschiede liegen zwischen »akademischer Geschichtsschreibung und der Geschichtsschreibung, die von Praktikern gemacht wird.