Mythen des Alltags

Cornern

Über das Leben an Ecken

»Bit­te NICHT wild pin­keln! Behin­dert NICHT den Ver­kehr! Bit­te seid lieb!« Neben Kat­zen­ver­miss­ten-Mel­dun­gen und Baby­sit­ter-Gesu­chen klebt die­ser Zet­tel an einer Stra­ßen­ecke in Ham­burg. Fein säu­ber­lich lami­niert, rich­tet er sich vor allem an die­je­ni­gen, die hier zu Hun­der­ten in St. Pau­li »cor­nern«. Von der Ecke zur »Cor­ner« wur­de die Kreu­zung zwi­schen »Grü­ner Jäger« und »Tha­den­stra­ße« vor elf Jah­ren. Der zen­tra­le Kiosk, die Tabak-Bör­se, muss­te damals, wegen Sanie­rungs­ar­bei­ten am Gebäu­de, auf die Grün­flä­che gegen­über in einen Con­tai­ner aus­wei­chen. Seit­dem trifft man sich hier zum kol­lek­ti­ven Her­um­sit­zen und Her­um­ste­hen an der Ecke. Wer sich durch die Ansamm­lung quat­schen­der und qual­men­der Ecken­ste­her kämpft, gelangt zu eben­je­ner »Tabak-Bör­se«, lie­be­voll auch »Ta-Bö« genannt, die sich inzwi­schen wie­der im alten Gebäu­de befin­det und rund um die Uhr Geträn­ke und Ziga­ret­ten bereit stellt. Dort spricht nichts dage­gen, ein oder mehr Bie­re um die Ecke zu bringen.

Eine magi­sche Anzie­hungs­kraft scheint von Bus­hal­te­stel­len, Spiel­plät­zen, Brü­cken, Trep­pen oder eben Ecken aus­zu­ge­hen. Schon im Jahr 1943 hat Wil­liam Foo­te Whytes das Phä­no­men in der Fall­stu­die »The Street Cor­ner Socie­ty« ein­ge­hend unter­sucht. Der US-ame­ri­ka­ni­sche Sozio­lo­ge ver­brach­te für sei­ne Feld­for­schung eini­ge Jah­re im Bos­to­ner Stadt­teil North End und teil­te die jün­ge­ren Bewoh­ner in zwei Haupt­ka­te­go­rien ein: Die »cor­ner boys« und die »col­lege boys«.[1] In den 1970er und 1980ern Jah­ren konn­ten ähn­li­che Vor­gän­ge auch in New York beob­ach­tet wer­den. “The cor­ner was our magic, our music, our poli­tics, […]”[2] beschrei­ben die Last Poets in einem Song des US-ame­ri­ka­ni­schen Rap­pers Com­mon das Leben in der Bronx. Dort tra­fen sich Break­dan­cer und Hip-Hop­per an den Stra­ßen­ecken, um gegen­ein­an­der anzu­tre­ten. Ent­stan­den ist dar­aus eine Mischung aus Kunst, Kul­tur und Pro­test­be­we­gung, auch um der Gewalt riva­li­sie­ren­der Stra­ßen­gangs etwas entgegenzusetzen.

Heu­te »cor­nern« nicht nur die »cor­ner boys«. Inzwi­schen hal­ten sich auch die pri­vi­le­gier­ten »col­lege boys« und »col­lege girls« am liebs­ten unter frei­em Him­mel auf. Dabei dür­fen sie sich bei per­ma­nen­ter Frisch­luft­zu­fuhr und Boom-Box-Beschal­lung rebel­lisch und unan­ge­passt füh­len. Nicht alle sind jedoch glück­lich über die­se kul­tu­rel­le Bewe­gung, die laut­stark durch das Nacht­le­ben zieht und eine Spur der Ver­mül­lung hin­ter­lässt. Die Gas­tro­no­mie beklagt Umsatz­ein­bu­ßen, Anwoh­ner sind genervt, und Poli­ti­ker fürch­ten um den Kiez in sei­ner bis­he­ri­gen Form. Aber machen nicht gera­de die­se schein­ba­ren Stör­fak­to­ren eine Stadt leben­dig und reiz­voll? Was wäre der Kiez also ohne ein biss­chen Schmutz, den Duft der Stra­ßen­rei­ni­gung, Bier­ge­ruch im neb­li­gen Mor­gen­dunst, die stei­fe Zwie­bel- und Frit­teu­sen-Fett-Bri­se oder die blass-grü­nen Schnaps­ge­sich­ter auf dem Nachhauseweg? 

Es bleibt das abzu­war­ten, ob sich die Gemü­ter wie­der beru­hi­gen, sobald die nächs­te laue Som­mer­nacht vom »Schiet­wet­ter« in Ham­burg abge­löst wird, Regen­schir­me oder Frie­senner­ze das Stadt­bild bestim­men und sich abends wie­der in die Knei­pe um die Ecke statt an die Ecke gesetzt wird.

Hördatei

»Dann werden Sie keinen Erfolg haben …«

Gert Ueding über Gestaltung und Rhetorik

Von Tanja Hornung


Was hat Gestal­tung mit Rhe­to­rik zu tun? Gestal­ter bedie­nen sich rhe­to­ri­scher Mit­tel – sei es beim Ent­wurf von Pla­ka­ten, ker­ni­gen Sprü­chen oder der Erklä­rung ihres Designs. Inso­fern ist es für ange­hen­de und eta­blier­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­si­gner essen­ti­ell, Grund­la­gen der Rhe­to­rik ken­nen zu lernen.

Gert Ueding spricht im Inter­view über die Ver­bin­dung von Gestal­tung und Rhe­to­rik und über Kom­pe­ten­zen, die sich Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­si­gner von Rhe­to­ri­kern abschau­en kön­nen. Wei­ter­hin denkt er über die Bedeu­tung von Neu­schöp­fun­gen in der Gestal­tung nach und gibt Rat­schlä­ge, was Desi­gner tun kön­nen, um sich in die gesell­schaft­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on einzubringen.

 

Buchbesprechung

»… in den Gewändern der offenen Gesellschaft«

Daniel Hornuff über das Design der Neuen Rechten

»Mar­tin Sel­ler hört Hip-Hop und hasst den Islam. Er pos­tet Sel­fies bei Insta­gram und will Aus­län­der raus­wer­fen. Er war mal Neo­na­zi, jetzt hat er ein neu­es Pro­jekt: Rechts­ra­di­ka­lis­mus hip machen«.[1]

Der selbst­er­nann­te intel­lek­tu­el­le Kopf der »Iden­ti­tä­ren Bewe­gung« macht kei­nen Hehl um sei­ne Absich­ten. Der Auf­schwung neu­rech­ter Initia­ti­ven scheint euro­pa­weit offe­ne Gesell­schaf­ten anzu­grei­fen. Aber was ist das Neue an den Neu­en Rechten?

Nicht die Ideo­lo­gie sei es, son­dern deren Design und Erschei­nung in der Öffent­lich­keit, so Dani­el Hor­nuff. Der Kul­tur­wis­sen­schaft­ler und Uni­ver­si­täts­pro­fes­sor an der Kunst­hoch­schu­le in Kas­sel unter­sucht die Design­stra­te­gien neu­rech­ter Bewe­gun­gen. Ihre Metho­den wer­den in sei­nem Buch »Die Neue Rech­te und ihr Design. Vom ästhe­ti­schen Angriff auf die offe­ne Gesell­schaft« ana­ly­siert und entschlüsselt.

Ein prä­zi­ses Stu­di­um der ästhe­ti­schen Prak­ti­ken sei, so Hor­nuff, dem­nach unum­gäng­lich und nicht zu ver­nach­läs­si­gen, wenn man den Erfolg neu­rech­ter Orga­ni­sa­tio­nen bes­ser ein­ord­nen und ver­ste­hen wol­le. Para­do­xer­wei­se wer­de gera­de durch die Anglei­chung an ästhe­ti­sche Prak­ti­ken plu­ra­lis­ti­scher Gesell­schaf­ten Ras­sis­mus gesell­schafts­fä­hig gemacht. »Die Fein­de der offe­nen Gesell­schaft erschei­nen in den Gewän­dern der offe­nen Gesell­schaft.« Snea­k­er statt Sprin­ger­stie­fel, völ­ki­sche Paro­len in moder­nem Look: So erreich­ten die Neu­en Rech­ten eine brei­te Mas­se in Maga­zi­nen, Chats, Social Media und Online Vide­os, wo sie um Unter­stüt­zung wer­ben. Ihre Ver­tre­ter prä­sen­tier­ten sich hier zunächst als Gewalt-ableh­nen­de Intel­lek­tu­el­le oder auch harm­lo­se Hips­ter von neben­an. Dabei sind sie das kei­nes­falls, denn die geschick­te Ver­brei­tung von rech­ten Ver­schwö­rungs­theo­rien, wie z. B. das Nar­ra­tiv des »gro­ßen Aus­tau­sches« legi­ti­mier­ten erst Gewalt und rechts­extre­mis­tisch moti­vier­te Terroranschläge.

Um einen objek­ti­ven Ton bemüht, wer­den in Hor­nuffs Buch aus­ge­wähl­te ästhe­ti­sche Phä­no­me­ne in zehn gut struk­tu­rier­ten The­men­ka­pi­teln unter­sucht. Durch visu­el­le Fall­bei­spie­le wird dem Leser die Wir­kungs­wei­se und Metho­dik neu­rech­ter Design­stra­te­gien ver­ständ­lich erklärt und zugäng­lich gemacht. Deren Erfolg kann das Buch viel­leicht nicht min­dern – nach einer Hand­lungs­an­wei­sung für Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­si­gner oder kon­kre­ten Gegen­maß­nah­men sucht man in die­ser Lek­tü­re ver­geb­lich. Viel­mehr wer­den Gestal­ter dazu ange­regt »Design­kom­pe­tenz aus­zu­bil­den und zu ler­nen«, um die poli­ti­sche Design­stra­te­gie der Neu­en Rech­ten kri­tisch und selbst­re­flek­tiert bewer­ten zu kön­nen. In der Nei­gung zur Selbst­über­hö­hung doch »auf der rich­ti­gen Sei­te zu ste­hen«, lau­fe man sonst Gefahr, sich den Selbst­bil­dern man­cher Ver­tre­ter neu­rech­ter Bewe­gun­gen anzu­glei­chen. Viel­leicht wäre es in die­sem Zusam­men­hang auch inter­es­sant gewe­sen, wie Hor­nuff die Stra­te­gien und Initia­ti­ven gegen rechts aus­le­gen würde.

Somit bleibt eines zu tun: die Gestal­tung einer offe­nen und viel­fäl­ti­gen Gemein­schaft, in der sich mög­lichst vie­le wie­der­fin­den kön­nen – Demo­kra­tie also. Hor­nuff plä­diert dafür, genau­er hin­zu­hö­ren und vor allem hin­zu­se­hen. Er zeigt uns opti­mis­tisch, dass es sich lohnt den Blick auf schein­bar tri­via­le, kul­tu­rel­le Gesell­schafts­phä­no­me­ne zu schärfen.

Essay

Markenmärchen

Die Erzählung im Dienste der Unternehmenskommunikation

Phil­ips trägt ein Licht in die Welt[1], Coca Cola sieht Lie­be statt Hass[2], und Ama­zon betet für Akzep­tanz[3].

Abb. 1: Die Sequenz aus dem Coca Cola Wer­be­spot »Was uns zusam­men­bringt« insze­niert die Mar­ke als kul­tu­rel­len Botschafter.

Immer mehr Mar­ken nut­zen Erzäh­lun­gen, um unter­neh­mens­be­zo­ge­ne Inhal­te zu kom­mu­ni­zie­ren und – was noch wich­ti­ger scheint – um sich zu profilieren.

Schmack­haf­te Köder: Die Anzie­hungs­kraft der Erzählung

Schon immer ver­sam­mel­te sich die Gesell­schaft einer Cock­tail­par­ty um jene Gäs­te, die es ver­stan­den, eine gute Geschich­te zu erzäh­len. Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on funk­tio­niert im Grun­de ähn­lich: Jede Mar­ke will der Star der Par­ty sein. Denn die­sen Aus­er­wähl­ten wird eine zen­tra­le sowie sozia­le Wäh­rung zu Teil: Auf­merk­sam­keit! Und Erzäh­lun­gen schei­nen genau das Mit­tel zu sein, um sich die­se begrenz­te Res­sour­ce zu sichern. Aber wie­so üben Erzäh­lun­gen die­se magi­sche Anzie­hungs­kraft auf uns aus? 

Eine mög­li­che Erklä­rung dafür sieht die Psy­cho­lo­gie im »Eska­pis­mus«. Dem­nach lesen, schau­en oder hören wir Erzäh­lun­gen, um uns von eige­nen Pro­ble­men abzu­len­ken und um dem All­tag zu ent­flie­hen. Auch der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft­ler Jona­than Cohen argu­men­tiert, dass der Wunsch, in die erzähl­te Welt ein­zu­tau­chen (neben einer star­ken Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem Prot­ago­nis­ten), der zen­tra­le Grund dafür sei, dass wir eini­ge Bücher immer wie­der lesen, eini­ge Fil­me immer wie­der schau­en.[4]

Wir betre­ten eine uns frem­de, kon­stru­ier­te Rea­li­tät, in der Hoff­nung, dort eine hei­le Welt vor­zu­fin­den. Es scheint, dass wir nur all zu gern dem wei­ßen Kanin­chen fol­gen. Doch schon Ali­ces Auf­ent­halt im Wun­der­land arte­te ziem­lich bald in Stress aus, und uns als Rezi­pi­ent ergeht es nicht anders. Nicht nur Lewis Car­roll lässt durch­bli­cken, dass das mit der hei­len Welt so eine Sache ist. Auch Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­ler Jona­than Gott­schall zwei­felt dar­an, dass blo­ßer Eska­pis­mus der Grund für unse­re wag­hal­si­gen, gedank­li­chen Aus­flü­ge ist: »Con­sider the plot­li­nes found in children’s play­ti­me, day­d­reams and novels. The nar­ra­ti­ves can‘t be explai­ned away as esca­pism to a more blissful rea­li­ty. If that were their pur­po­se, they would con­tain more plea­su­re. Ins­tead they‘re hor­ror­s­capes. They bubble with con­flict and strugg­le.«[5] Wir stel­len fest: Eine erzähl­te Welt ist kei­ne hei­le Welt. Umso mehr stellt sich die Fra­ge, war­um wir in die­se Par­al­lel­wel­ten ein­tau­chen wol­len, wenn unse­re Pro­ble­me uns dort­hin fol­gen, sich dort sogar neue für uns auftun. 

»Enter­tain­ment!«, echot es da neu­deutsch aus der Medi­enecke; wie über­haupt alles in einer post­fak­ti­schen Gesell­schaft im Zei­chen des »Enter­tain­ment« zu ste­hen scheint. Und ganz von der Hand zu wei­sen ist es nicht. Doch wie so oft steckt der Teu­fel im Detail, in die­sem Fall in der Defi­ni­ti­on des Begrif­fes. Eine sol­che lie­fert der Dreh­buch­au­tor Robert McKee in sei­nem Stan­dard­werk: »Unter­hal­tung ist, im Dun­keln zu sit­zen, auf die Lein­wand zu bli­cken und enor­me Kon­zen­tra­ti­on und Ener­gie in das zu inves­tie­ren, was so hofft man, eine befrie­di­gen­de, bedeut­sa­me emo­tio­na­le Erfah­rung sein wird.«[6] Die­se Defi­ni­ti­on lässt erah­nen, dass Unter­hal­tung nicht mit Spaß gleich­zu­set­zen ist. Im Gegen­teil. Auch eine tra­gi­sche Geschich­te kann uns unter­hal­ten – sprich: uns eine emo­tio­na­le Erfah­rung machen lassen. 

Tat­säch­lich bestä­tigt die Psy­cho­lo­gie das Sam­meln von Erfah­run­gen als einen zen­tra­len Nut­zen von Erzäh­lun­gen für das Indi­vi­du­um. Sie fand her­aus, dass wir, beim Rezi­pie­ren einer Geschich­te, unter­be­wusst einen »Erfah­rungs­ab­gleich« star­ten. Zum einen glei­chen wir das Gesche­hen einer Erzäh­lung mit unse­ren per­sön­li­chen Erfah­run­gen ab. Zum ande­ren eröff­nen sich uns alter­na­ti­ve Hand­lungs­op­tio­nen. Wir ler­nen durch das Han­deln des Prot­ago­nis­ten neue Ver­hal­tens­mus­ter ken­nen und wer­den gleich­zei­tig auf Hand­lungs­al­ter­na­ti­ven auf­merk­sam gemacht. Wir müs­sen also nicht alle Feh­ler selbst bege­hen, um aus ihnen zu ler­nen. Die Psy­cho­lo­gie spricht in die­sem Zusam­men­hang pas­sen­der Wei­se vom »Stell­ver­tre­ter­ler­nen«. Ein drit­ter psy­cho­lo­gi­scher Pro­zess, der beim Erle­ben einer Geschich­te abläuft, wird »Kon­tex­tua­li­sie­rung« genannt. Er beschreibt die Fähig­keit, aus Erzäh­lun­gen Erkennt­nis­se über unse­re per­sön­li­chen Bedürf­nis­se, Zie­le etc. abzu­lei­ten.[7] Sie zu kon­su­mie­ren, egal in wel­cher Form, för­dert die Selbst-Refle­xi­on und unse­re per­sön­li­che Ent­wick­lung. Anhand von Geschich­ten ler­nen wir uns dem­nach selbst bes­ser kennen. 

Hördatei

»Wir haben eine wunderbare Muttersprache«

Jochen Malmsheimer über Freude am Spiel mit Sprache

Von Karoline Kirner


Der Kaba­ret­tist und Sprach­vir­tuo­se Jochen Malms­hei­mer macht deut­lich, dass er nichts von Kate­go­ri­sie­run­gen hält, ver­sucht den­noch eine Ein­ord­nung und erklärt, war­um sei­ne Kaba­rett­form »episch« ist. Malms­hei­mer spricht über die Viel­fäl­tig­keit der deut­schen Spra­che, ihren ste­ti­gen Wan­del und wie man sie »art­ge­recht« benutzt um sich selbst und ande­ren Freu­de zu bereiten.

Jochen Malms­hei­mer nennt das Grimm­sche Wör­ter­buch sei­nen größ­ten Schatz, in dem er »liest wie in einem Roman« und »unter­taucht wie in einem Schwimm­be­cken«. Malms­hei­mer liebt Viel­schich­tig­keit und Dop­pel­bö­dig­keit in der Spra­che und ist sich sicher: »Der­je­ni­ge, der ein biss­chen mehr Kennt­nis­se besitzt, hat noch ein biss­chen mehr Freude.«

 

Essay

Die Rhetorik der Technik als Motor der Utopie

Über Kurd Laßwitz' Science-fiction »Auf zwei Planeten«

1 Uto­pien und die Rhe­to­rik der Technik

Uto­pien zeich­nen »neue« und »Un«-Orte[1] häu­fig so, dass sie mit tech­ni­schen Ver­spre­chen ver­knüpft wer­den, sei es, dass Tech­nik als Vehi­kel den Weg zu den »Un«-Orten, den Noch-nicht-Orten ermög­licht, oder sei es, dass Tech­nik die Uto­pie zu sich selbst bringt. Das aber legt nahe, dass in Uto­pien tech­ni­sche Beschrei­bun­gen nicht einen Selbst­zweck haben und nicht allein als äuße­re Attri­bu­te oder gat­tungs­ge­mä­ßes Orna­ment einer ande­ren Welt die­nen, son­dern eine kon­sti­tu­ti­ve Funk­ti­on für die Uto­pie und das Erzäh­len der Uto­pie besit­zen – dass also die tech­ni­schen Beschrei­bun­gen in uto­pi­schen Tex­ten in umfas­sen­der Wei­se rhe­to­risch sind oder sein kön­nen. Im Sci­ence-fic­tion, im wis­sen­schaft­li­chen Mär­chen und der phan­tas­ti­schen Erzäh­lung treibt oft Tech­nik selbst die Erzäh­lung vor­an, erlaubt gar erst, bestimm­te dra­ma­tur­gi­sche Wen­dun­gen ein­zu­lei­ten und vor­zu­neh­men; somit bekommt Tech­nik eine dra­ma­tur­gi­sche, rhe­to­ri­sche Funk­ti­on. Tech­nik ist dem­nach nicht »nur« Orna­ment des Noch-nicht-Ortes, der Uto­pie, son­dern Trieb­kraft der Erzäh­lung (und wohl auch des Erzäh­lens). Sie bekommt – zumin­dest in den anspruchs­vol­len Bei­spie­len die­ser Gen­re – eine wei­te­re Funk­ti­on, näm­lich eine argu­men­ta­ti­ve: Tech­nik selbst wird zum Argu­ment für die Mög­lich­keit des Un-Ortes, zur Bedin­gung der Mög­lich­keit eines uto­pi­schen Stre­bens, der Suche nach einer ande­ren, bes­se­ren Welt. Wenn die Dar­stel­lung der Tech­nik in die­sen Gat­tun­gen illus­tra­ti­ven, dra­ma­tur­gi­schen und argu­men­ta­ti­ven Zwe­cken dient oder die­nen kann, dann las­sen sich anhand die­ser Fik­tio­nen auch Fra­gen einer Rhe­to­rik der Tech­nik[2] ent­wi­ckeln und dis­ku­tie­ren, ins­be­son­de­re Aspek­te einer Meta­phoro­lo­gie[3] und einer Nar­ra­to­lo­gie[4] der Technik.

Die­se The­sen sol­len im Fol­gen­den belegt oder zumin­dest illus­triert wer­den am Bei­spiel des Romans »Auf zwei Pla­ne­ten«, den Kurd Laß­witz 1897 ver­öf­fent­lich­te.[5]

2 Kurd Laß­witz und sein Roman

Kurd Laß­witz[6] wur­de 1848 in Bres­lau gebo­ren, sein Vater war Kauf­mann und demo­kra­ti­scher Abge­ord­ne­ter im preu­ßi­schen Land­tag. Kurd Laß­witz stu­dier­te Mathe­ma­tik und Phy­sik und pro­mo­vier­te zum Dok­tor der Phi­lo­so­phie. Er hat­te einen Beruf, als Gym­na­si­al­pro­fes­sor lehr­te er in Gotha am Gym­na­si­um »Ernes­ti­num« Phy­sik, Mathe­ma­tik und phi­lo­so­phi­sche Pro­pä­deu­tik; und er hat­te zwei Beru­fun­gen, als Schrift­stel­ler ver­öf­fent­lich­te er wis­sen­schaft­li­che Mär­chen und Erzäh­lun­gen, Sci­ence-fic­tion, Humo­res­ken; als Natur­wis­sen­schaft­ler und Phi­lo­soph arbei­te­te er ins­be­son­de­re über Imma­nu­el Kant und Gus­tav Theo­dor Fech­ner. Sein zwei­bän­di­ges wis­sen­schaft­li­ches Haupt­werk »Geschich­te der Ato­mis­tik vom Mit­tel­al­ter bis New­ton« fand in Fach­krei­sen Aner­ken­nung, eben­so sei­ne zahl­rei­chen Auf­sät­ze zu phi­lo­so­phi­schen und natur­wis­sen­schaft­li­chen The­men; doch der Ruf auf eine Pro­fes­sur blieb ihm ver­wehrt, obgleich ihn immer­hin Wil­helm Dil­they dafür emp­foh­len hat­te[7]. Sei­ne erzäh­le­ri­schen Tex­te wur­den in ver­schie­de­nen Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten sowie in Büchern gedruckt; sein Erfolgs­ro­man »Auf zwei Pla­ne­ten« wur­de mehr­fach auf­ge­legt, bevor ihn die Nazis ver­bo­ten und er in Ver­ges­sen­heit geriet. Laß­witz starb 1910 in Gotha.

Ein »Haschisch-Buch«[8] nann­te Ber­tha von Sutt­ner, die spä­te­re Frie­dens­no­bel­preis­trä­ge­rin (1905), ein Jahr nach des­sen Erschei­nen Laß­witz’ Roman; die­ses »wis­sen­schaft­li­che Mär­chen«[9] wecke »Emp­fin­dun­gen und Vor­stel­lun­gen, die berau­schend sind und die man nie zuvor gekos­tet hat«[10] – ganz ohne Dro­gen … Der welt­an­schau­li­che Gehalt des Romans brach­te die einen zum Schwär­men, Laß­witz’ Lust am Extra­po­lie­ren wis­sen­schaft­li­cher und tech­ni­scher Ideen die ande­ren. So befand der Rake­ten­in­ge­nieur und Raum­fahrt­pio­nier Wern­her von Braun, die »tech­ni­sche Phan­ta­sie des Ver­fas­sers, dem Funk­ver­kehr, Auto und Flug­zeug noch völ­lig fremd sind, ist über­ra­schend und gera­de­zu visio­när«[11], die Raum­sta­ti­on über dem Nord­pol sei, so Rudi Schwei­kert, für Wern­her von Braun »mit Aus­lö­ser für sein Pro­jekt eines ›Welt­raum­bahn­hofs‹. Von Brauns Raum­sta­ti­on gleicht von der äuße­ren Gestalt (wenn auch nicht von den Aus­ma­ßen her) der­je­ni­gen von Laß­witz fast bis aufs Haar. Ein Phä­no­men, rar genug: Lite­ra­tur beein­flußt Wis­sen­schaft.«[12]

Kurd Laß­witz wird zurecht zu »den hell­sich­tigs­ten Weg­be­rei­tern«[13] der Sci­ence-fic­tion gezählt. Es ging ihm nicht allein dar­um, »natur­wis­sen­schaft­lich informierte(n) Leute(n) Geschich­ten (zu) erzäh­len«[14], das ist sicher nur ein Teil sei­nes und sei­ner Leser Ver­gnü­gen. Aben­teu­er­ro­man eben­so wie phi­lo­so­phi­scher Roman, Lie­bes- wie Eman­zi­pa­ti­ons­ge­schich­te, Sci­ence-fic­tion, wis­sen­schaft­li­ches Mär­chen oder Phan­tas­tik eben­so wie poli­ti­sche, pazi­fis­ti­sche und phi­lo­so­phi­sche Uto­pie – all das kann in Laß­witz’ »Auf zwei Pla­ne­ten« gefun­den wer­den.[15] Um so erstaun­li­cher, wo über­all man nichts über die­sen Roman fin­det, kaum eine Lite­ra­tur­ge­schich­te kennt ihn, auch »Kind­lers Lite­ra­tur­le­xi­kon« lässt ihn links lie­gen. Er ist anschei­nend etwas für den Blick aufs Ent­le­ge­ne; den warf Arno Schmidt gern in die lite­ra­ri­sche Welt. Folgt man Rudi Schwei­kert, einem Ken­ner der Wer­ke Arno Schmidts, so war Schmidt von »Auf zwei Pla­ne­ten« tief beein­druckt und beein­flußt und bewun­der­te die­sen Roman.[16] Als Beleg für Schmidts Laß­witz-Begeis­te­rung führt Schwei­kert unter ande­rem an, dass in »Zettel’s Traum« gleich das ers­te län­ge­re Zitat aus Laß­witz’ Roman stammt.[17]

  1. [1] »Das Wort ist eine Bil­dung zu grie­chisch ou ›nicht‹ und grie­chisch tópos ›Ort, Stel­le, Land‹ und bedeu­tet dem­nach eigent­lich ›Nicht­land, Nir­gend­wo‹.« Aus: Duden – 12 Bde., Bd. 7: Her­kunfts­wör­ter­buch. Ety­mo­lo­gie der deut­schen Spra­che. Die Geschich­te der deut­schen Wör­ter bis zur Gegen­wart. Mann­heim 2001(3). S. 885. Der Begriff »Uto­pia« taucht erst­mals 1516 mit Tho­mas Morus’ gleich­na­mi­gen Werk auf. Zur Begriffs­ge­schich­te vgl. Dier­se, Ulrich: Uto­pie. In: Rit­ter, Joa­chim; Grün­der, Karl­fried; Gabri­el, Gott­fried (Hg.): His­to­ri­sches Wör­ter­buch der Philosophie.Bd.11, U—V. Basel 2001. Sp. 510—526; sowie Otto, Dirk: Uto­pie. In: Ueding, Gert (Hg.): His­to­ri­sches Wör­ter­buch der Rhe­to­rik, Bd. 9: St—Z. Tübin­gen 2009. Sp.982—997.
  2. [2] vgl. zu die­sem Begriff und zu den For­schungs­ge­gen­stän­den einer Rhe­to­rik der Tech­nik: Fried­rich, Vol­ker: Zur Rhe­to­rik der Tech­nik. Auf­riss eines For­schungs­ge­bie­tes. In: ders. (Hg.): Tech­nik den­ken. Phi­lo­so­phi­sche Annä­he­run­gen. Stutt­gart 2018. S. 249—259; auch abruf­bar unter: ders. (Hg.): Spra­che für die Form – Forum für Design und Rhe­to­rik. Aus­ga­be Nr. 11, Herbst 2017. https://www.designrhetorik.de/zur-rhetorik-der-technik/ (Per­ma­link).
  3. [3] a. a. O., 2018, S. 256. 
  4. [4] a. a. O., S. 257 f. 
  5. [5] Der Roman wur­de immer wie­der auf­ge­legt, häu­fig mit Kür­zun­gen und Bear­bei­tun­gen ver­se­hen. Unge­kürzt wur­de er zuletzt im Rah­men der »Kol­lek­ti­on Laß­witz. Neu­aus­ga­ben der Schrif­ten von Kurd Laß­witz in der Fas­sung der Tex­te letz­ter Hand« im Ver­lag Die­ter von Ree­ken her­aus­ge­ge­ben: Laß­witz, Kurd: Auf zwei Pla­ne­ten. Lüne­burg 2020(2). 607 Seiten. 
  6. [6] Die­se bio­gra­fi­schen Anga­ben stüt­zen sich auf: Ree­ken, Die­ter von: Kurd Laß­witz – Lebens­da­ten. In: ders. (Hg.): Über Kurd Laß­witz. Tage­buch 1876–1883, Bil­der, Auf­sät­ze. Lüne­burg 2018(2) sowie auf: Laß­witz, Kurd: Lebens­lauf. a. a. O., S. 15—17.
  7. [7] s. Laß­witz, Kurd: Tage­buch. a. a. O., S. 41. 
  8. [8] Sutt­ner, Ber­tha von: Die Numen­heit. a. a. O., S. 123. 
  9. [9] ebd. 
  10. [10] ebd. 
  11. [11] Zitiert nach: Rot­ten­stei­ner, Franz: Ord­nungs­lie­bend im Welt­raum – Kurd Laß­witz. In: Ree­ken, Die­ter von (Hg.) Über Kurd Laß­witz. a. a. O., S. 134. 
  12. [12] Schwei­kert, Rudi: Von Mar­ti­ern und Men­schen oder Die Welt, durch Ver­nunft divi­diert, geht nicht auf. Hin­wei­se zum Ver­ständ­nis von »Auf zwei Pla­ne­ten«. In: Laß­witz, Kurd: Auf zwei Pla­ne­ten. Frank­furt am Main 1984(2). S. 950 f. 
  13. [13] Dath, Diet­mar: Nie­ge­schich­te. Sci­ence Fic­tion als Kunst- und Denk­ma­schi­ne. Ber­lin 2019. S. 175. 
  14. [14] a. a. O., S. 687. 
  15. [15] Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­li­che Defi­ni­tio­nen die­ser Gat­tun­gen und ihre Abgren­zun­gen von­ein­an­der (vgl. Frenschkow­ski, Mar­co: Phan­tas­tik. In: Ueding, Gert (Hg.): His­to­ri­sches Wör­ter­buch der Rhe­to­rik, Bd. 10: Nach­trä­ge. Tübin­gen 2012. Sp. 886—900.) spie­len für mei­ne Über­le­gun­gen in die­sem Arti­kel kei­ne Rolle. 
  16. [16] s. Schwei­kert, a. a. O., S. 959—964.
  17. [17] Das Zitat greift eine Sze­ne auf, in der Isma, die Frau des Nord­pol-Expe­di­ti­ons­lei­ters Torm, auf dem Mars eine unge­wöhn­li­che Aus­stel­lung über »Tast­kunst« besucht (s. Schmidt, Arno: Zettel’s Traum. i. Buch. Ber­lin 2010. S. 14.). 

Buchbesprechung

»Merkwürdig und zugleich wundervoll«

Stephen Fry erzählt griechische Mythen neu

Am Anfang war das Cha­os – doch dann kam Ste­phen Fry und räum­te auf. Wie kam das Leid in die Welt? Und wie­so konn­te Hera die Göt­tin Athe­ne nie so rich­tig lei­den? Ste­phen Fry tischt in sei­nem neu­es­ten Buch »Mythos. Was uns die Göt­ter heu­te sagen« (Ori­gi­nal­ti­tel: Mythos. A Retel­ling of the Myths of Anci­ent Greece) all die kom­ple­xen Erzäh­lun­gen rund um die grie­chi­schen Göt­ter auf. Das Buch erschien 2018 im Auf­bau-Ver­lag, Berlin.

»Der Anfang ist genau der Punkt, an dem ich anfan­gen soll­te« (S.134). Auf knapp 450 Sei­ten wird auch ein Leser ohne spe­zi­fi­sches Vor­wis­sen begeis­tert in die Welt der Göt­ter getra­gen. Ste­phen Fry erzählt aus­ge­wähl­te grie­chi­sche Mythen auf äußerst unter­halt­sa­me, humor­vol­le und leben­di­ge Art. Mit Witz und Ein­füh­lungs­ver­mö­gen haucht er den ange­staub­ten, in Ver­ges­sen­heit gera­te­nen Geschich­ten und ihren Prot­ago­nis­ten Leben ein – ähn­lich wie es Athe­ne bei der Schöp­fung des anthro­pos tat. Er lässt sie tat­säch­lich »zu Wort kom­men« und die Bil­der zu den Erzäh­lun­gen plop­pen im Geis­te bei­na­he unver­meid­bar auf. Man sieht regel­recht den gera­de gebo­re­nen Her­mes durch die Höh­le hüp­fen und kiek­sen: »Die­se knall­enge, klei­ne Kam­mer ver­ur­sacht mir kolos­sa­le Klaus­tro­pho­bie« (S.118) – eine ast­rei­ne Alliteration.

Fry kom­men­tiert eini­ge Pas­sa­gen sei­ner Erzäh­lung in zahl­rei­chen Fuß­no­ten mit teils per­sön­li­chen, teils tro­cke­nen, teils wei­ter­füh­ren­den infor­ma­ti­ven Ein­schü­ben. Dabei gerät der Lese­fluss jedoch nie ins Sto­cken. Viel­mehr beherrscht Fry die Kunst, den Text durch die­se Ein­schü­be noch leben­di­ger und dadurch ein­präg­sa­mer zu gestal­ten. Die zuneh­mend kom­ple­xe­ren Ver­wandt­schafts­ver­hält­nis­se sind, soweit es über­haupt mög­lich ist, immer wie­der erläu­tert, und so gewinnt man als Leser einen gewis­sen Über­blick des Geschehens.

Ein span­nen­der Teil von Frys Arbeit ist sei­ne im Unter­ti­tel des Buches ver­spro­che­ne Leis­tung, die Geschich­ten in unser Heu­te zu trans­por­tie­ren. Was hat es mit die­sem selt­sa­men, von Schlan­gen umwun­de­nen Stab auf sich, den wir alle von Kran­ken­wa­gen ken­nen? Wel­chen Ursprung haben unse­re heu­ti­gen Wör­ter Elek­tri­zi­tät und Elek­tron? Doch die Mythen kön­nen mehr, als ety­mo­lo­gi­sche Zusam­men­hän­ge auf­fä­chern. Ihnen allen liegt ein tief demo­kra­ti­sches Ver­ständ­nis zugrun­de, ein Gefühl der Gemein­sam­keit und der Ver­bun­den­heit mit die­sen so mensch­li­chen Göt­tern, deren Erleb­nis­se wir so gut unse­ren mensch­li­chen Erfah­run­gen bei­mes­sen kön­nen. In ihren jahr­tau­sen­de­lan­gen Ent­ste­hungs­pro­zes­sen sind die­se, anfangs nur münd­li­chen, Erzäh­lun­gen abso­lut auf den Punkt gebracht. Nur die bes­ten und ein­präg­sams­ten haben es bis in unse­re Zeit geschafft und sind so als eine Art geschlif­fe­ner Dia­mant einer rhe­to­ri­schen Kul­tur anzu­se­hen. Der Mythos, als ein ideen­rei­ches und sym­bo­li­sches Kon­strukt lie­fert in sei­nen mensch­li­chen Aspek­ten auch heu­te noch Aktua­li­tät und Inspi­ra­ti­on – auch das zeigt Frys Buch.

Scha­de ist eigent­lich nur, dass das Buch dann doch irgend­wann endet. Was aus­bleibt, ist zum Bei­spiel Ste­phen Frys Erzäh­lung zur Odys­see oder der im Text sogar schon ange­deu­te­te Kampf um Tro­ja. Aber wer weiß, viel­leicht darf man auf einen wei­te­ren Wäl­zer voll von belus­ti­gen­den, erhel­len­den und grau­sa­men Mythen der grie­chi­schen Welt hof­fen. Erschöpft ist das The­ma jeden­falls noch nicht, und ein sol­ches Cha­os braucht schließ­lich immer jeman­den, der es auf­zu­räu­men weiß.

Mythen des Alltags

Tätowierungen

Motive, die unter die Haut gehen

Krei­se, Punk­te, Lini­en, Orna­men­te, Sprü­che, Frat­zen – all das und noch viel mehr, räkelt sich auf Kör­pern an deut­schen Strän­den. Die Rede ist von Tattoos. 

Das Wort »Tat­too« kommt aus dem Eng­li­schen und beschreibt ein Motiv, das durch Nadeln mit Tin­te oder Pig­ment in die zwei­te Haut­schicht gesto­chen wird. Dabei sind der Krea­ti­vi­tät kei­ne Gren­zen gesetzt. Grö­ße, Form und Far­be wer­den ganz auf die Wün­sche der Kun­den ange­passt. Mit solch einem »Stich­werk« unter der Haut kann man heut­zu­ta­ge kei­ne Men­schen­see­le mehr scho­ckie­ren. Nein, viel mehr ist es »en vogue«, ein Tat­too zu besit­zen. Nicht zuletzt aus dem Grund, dass auch immer mehr Per­so­nen des öffent­li­chen Lebens ihren Kör­per mit Bema­lun­gen schmü­cken. Man den­ke an Schau­spie­ler, Spit­zen­sport­ler, Mode­ra­to­ren oder gar Ver­tre­ter von Königshäusern. 

Unser Kör­per ist im 21. Jahr­hun­dert regel­recht zum Aus­drucks­mit­tel und zur Prä­sen­ta­ti­ons­flä­che mutiert. Traut man den Aus­sa­gen der »Süd­deut­schen Zei­tung« von April 2018, ist mitt­ler­wei­le fast jeder fünf­te Deut­sche täto­wiert, dar­un­ter sogar rund die Hälf­te aller Frau­en zwi­schen 25 bis 34 Jah­ren[1]. Aber Vor­sicht! Wer jetzt den Ver­dacht schöpft, Tat­toos sei­en eine neu­mo­di­sche Erfin­dung, der irrt. Kör­per­schmuck die­ser Art gibt es schon seit eh und je. Das beweist die 5300 Jah­re alte Glet­scher­mu­mie Ötzi. Sei­nen Kör­per zier­ten über 60 Täto­wie­run­gen geo­me­tri­scher Gestalt, jedoch wahr­schein­lich eher aus medi­zi­ni­schen Grün­den als aus ästhe­ti­schem Schick. Die Stri­che und Punk­te auf Ötzis Kör­per waren an typi­schen Stel­len der chi­ne­si­schen Aku­punk­tur ange­bracht und dien­ten in sei­nem Fal­le der Schmerz­lin­de­rung von Rheu­ma und Ver­stau­chun­gen[2].

Im wei­te­ren Ver­lauf der Zeit­ge­schich­te kris­tal­li­sier­te sich eine Täto­wie­rung als ein Zei­chen für Zuge­hö­rig­keit her­aus. Ein­zel­ne Grup­pen nutz­ten sie zum Zwe­cke der Iden­ti­fi­ka­ti­on. So zier­ten pracht­vol­le Anker die mus­ku­lö­sen Ober­ar­me von See­fah­rern, und die Anhän­ger der japa­ni­schen Yaku­za ver­lie­hen ihren Kör­pern durch far­ben­fro­he Blu­men­mo­ti­ve das gewis­se Etwas. Zuhäl­ter kenn­zeich­ne­ten ihre Pro­sti­tu­ier­ten mit einer Art Tat­too­la­bel für die Ewig­keit, und bei Insas­sen von Gefäng­nis­sen prang­te eine fet­te Num­mer auf dem Unter­arm[3]. Vor allem die letz­ten bei­den Gesichts­punk­te spie­geln nega­ti­ve Bei­spie­le wider und machen deut­lich, war­um die Gesell­schaft noch vor eini­gen Jah­ren Tat­toos verpönte.

Grö­ßer, bun­ter, ver­rück­ter lau­tet die Devi­se für ein Tat­too. Zu viel des Guten oder ein sich wan­deln­der Geschmack sor­gen nun aber dafür, dass sich neben dem flo­rie­ren­den Job des Täto­wie­rers ein ganz neu­ar­ti­ger Berufs­zweig ent­wi­ckelt hat. End­lich wie­der weg mit den alten Sün­den! Eine Laser­be­hand­lung soll es rich­ten und in eini­gen schmerz­haf­ten Sit­zun­gen für teu­res Geld das ent­fer­nen, was einst dring­lich unter die Haut gebracht wer­den sollte. 

Es bleibt fest­zu­hal­ten: Die Anzahl der »Tint­lin­ge« in unse­rer Bevöl­ke­rung steigt, und bald sorgt es wahr­schein­lich noch nicht ein­mal mehr für Auf­ruhr, wenn Claus Kle­ber, ver­ziert mit dem Por­trät von Gun­du­la Gau­se auf dem Unter­arm, zum »heu­te jour­nal« grüßt. Ein Tat­too muss es also sein, um sich von der brei­ten Mas­se abzu­he­ben. Jedoch stellt sich da lang­sam die Fra­ge, mit wel­cher Art von Tat­too man sich über­haupt noch abhe­ben kann? Viel­leicht dreht man den Spieß ein­fach um und sagt: Das schöns­te Tat­too ist »kein Tat­too«. Damit könn­te man bald eine ech­te Rari­tät in der Gat­tung Mensch sein.

Buchbesprechung

»… engagiert und authentisch wirken …«

18 Essays verknüpfen serielle und individuelle Gestaltung

Die Begrif­fe »Hand­werk« und »Design« ste­hen in einem ambi­va­len­ten Ver­hält­nis zuein­an­der. Bei­des sind Begrif­fe, deren Bedeu­tung und Defi­ni­ti­on sich nicht ein­fach in einen kom­pak­ten Satz pres­sen las­sen. Den­noch – man spürt, dass bei­de Begrif­fe irgend­wie mit­ein­an­der ver­wo­ben sind. Die­ses Span­nungs­ver­hält­nis bes­ser ein­ord­nen zu kön­nen, das ver­spricht man sich durch das Buch »seri­ell – indi­vi­du­ell. Hand­werk­li­ches im Design«, her­aus­ge­ge­ben von Ger­da Breu­er und Chris­to­pher Oes­te­reich. 18 Essays ver­schie­de­ner Autoren wer­den in dem Sam­mel­band zusam­men­ge­bun­den, sie geben einen Über­blick zur Ent­wick­lung von Hand­werk und Design und set­zen die­se Begrif­fe in einen gesell­schaft­li­chen Zusammenhang.

Der Sam­mel­band star­tet mit dem Auf­satz »Das Hand­werk als Pro­duk­ti­ons- und Arbeits­stil. Wider­stand, Koexis­tenz und Kon­ver­genz zur Indus­trie­kul­tur« von Dag­mar Stef­fen. Die Ent­wick­lung von Hand­werk und sei­nem Gegen­spie­ler, der Indus­trie, wird hier unter dem Desi­gnaspekt his­to­risch ein­ge­ord­net – von der Arts-and-Crafts-Bewe­gung bis hin zu den aktu­el­len Digi­tal Crafts.

Auch die fol­gen­den Tex­te im The­men­block »Hand­werk und Design – Die Ent­wick­lung« bemü­hen sich um die Ein­ord­nung und Ein­gren­zung der Begrifflichkeiten.

Der Auf­satz von Vere­na Kuni »Gib mir fünf. Begrif­fe zu Hand­werk, Design und DIY« kommt mit fünf Begrif­fen aus dem ange­spro­che­nen Span­nungs­ver­hält­nis daher: Ana­lo­gi­tal, Instruk­ti­on, Nach­hal­tig­keit, Open Source und Zusam­men­ar­beit. Vere­na Kuni schafft es, den Raum zwi­schen Design und Hand­werk zu defi­nie­ren, und schil­dert inspi­rie­ren­de Beob­ach­tun­gen, in denen man sich als Gestal­ter oft wie­der­fin­det. Beson­ders die Fokus­sie­rung auf einen Pro­zess und nicht auf ein »End­pro­dukt« ist ein span­nen­des und viel­ver­spre­chen­des Kon­zept für jun­ge Gestal­ter. Neben den theo­re­ti­schen Gedan­ken­gän­gen von Kuni klin­gen kon­kre­te Metho­den und Ideen für einen neu­en, ande­ren Gestal­tungs­pro­zess an.

Auch der dar­auf fol­gen­de Essay von Mòni­ca Gas­par »Craft in its Gas­eous Sta­te« ist für jun­gen Gestal­ter sehr auf­schluss­reich. Gas­par beschäf­tigt sich eben­falls mit der Fokus­sie­rung auf den Pro­zess und ver­mit­telt Hand­werk als eine Per­spek­ti­ve für Desi­gner: »Hand­werk dient Desi­gnern dabei auch als rhe­to­ri­sches Werk­zeug der Aneig­nung, mit des­sen Hil­fe sie indi­vi­du­el­le und kol­lek­ti­ve Hand­lun­gen aus­lo­ten.« (S. 129) Der Aspekt der Rol­len­fin­dung ist dabei zen­tral, da durch den Pro­zess einer Recher­che der Aus­druck und eine kri­ti­sche Refle­xi­on aufeinandertreffen.

Die wei­te­ren Essays des The­men­fel­des »Posi­tio­nen – Hand­werk­li­ches im Design heu­te« befas­sen sich mit dem Hand­werk als Expe­ri­men­tier­feld, mit Mate­ria­li­tät, Metho­den und inter­dis­zi­pli­nä­ren Arbei­ten in unter­schied­li­chen Design­dis­zi­pli­nen. Der The­men­block schließt mit einem Essay von Anni­na Schnel­ler, »Die Rhe­to­rik des Selbst­ge­mach­ten im Gra­fik­de­sign« ver­sucht die Anzie­hungs­kraft von hand­ge­mach­ten Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel zu grei­fen und zu erklä­ren; damit meint Schnel­ler, ambi­va­lent zum Hand­werk, das Lai­en­haf­te. Sie unter­schei­det dabei Hand­werk­lich­keit, im Sin­ne von hand­werk­li­chem Kön­nen, von Ama­teur­ge­stal­tung. Dabei stellt Schnel­ler die The­se in den Raum, dass Ama­teur­ge­stal­tung nicht zwin­gend schlech­ter sein muss – »sie kann durch ihre selbst­ge­mach­te Erschei­nung enga­giert und authen­tisch wir­ken und gera­de hier­durch ihren Zweck erfül­len« (S. 194). Eine Aus­sa­ge, von der man sich zunächst pro­vo­ziert, bei­na­he ange­grif­fen fühlt. Jedoch wer­den imper­fek­te Stil­mit­tel im Gra­fik­de­sign tat­säch­lich oft genutzt, um ein per­sön­li­ches oder authen­ti­sches Design zu erhalten.

Das nächs­te Kapi­tel Hand­werk, Design und Gesell­schaft« beschäf­tigt sich in drei Essays mit dem DIY-Trend (Do it yours­elf), mit Kon­sum­kri­tik und Nach­hal­tig­keit. Beson­ders der Essay von Dirk Hohn­strä­ter hilft zu ver­ste­hen, war­um wir uns von hand­werk­lich her­ge­stell­ten Pro­duk­ten ange­zo­gen füh­len und was das mit Indi­vi­dua­li­tät zu tun hat.

Durch die vie­len Autoren wird in dem Buch ein gro­ßes Spek­trum an Gedan­ken, Erkennt­nis­sen und Beob­ach­tun­gen über­mit­telt. Das Lesen und Ein­ord­nen der Infor­ma­tio­nen wird durch die ver­schie­de­nen Auf­fas­sun­gen von Design und Hand­werk der Autoren erschwert. Dadurch sind die Abgren­zun­gen unklar, und es ist erfor­der­lich, zwi­schen den Zei­len zu lesen. Die Kurz­bio­gra­fien der Autoren, die hin­ten im Buch gesam­melt zu fin­den sind, kön­nen jedoch dabei hel­fen. Will ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­si­gner die Erkennt­nis­se des Buches auf sei­ne Dis­zi­plin anwen­den, muss er umden­ken. Vie­le Autoren bezie­hen sich auf Pro­dukt­de­sign, die Erkennt­nis­se las­sen sich aber auch auf Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­sign über­tra­gen. Die viel­fäl­ti­ge Lek­tü­re lohnt sich jedoch auf jeden Fall, auch wenn eini­ge lose Fäden zurück­blei­ben. Wer Inter­es­se an Pro­zes­sen und Metho­den hat, dem bie­tet das Buch inter­es­san­te Ant­wor­ten, es wirft span­nen­de Fra­gen auf.

Frage und Antwort

»Rockstar der Elektriker-Innung«

Stefan Sagmeister über die Überraschung des Ungewöhnlichen

Von Theresa Haugg


Man­che hal­ten Sie für einen Pop­star des Designs. Kön­nen Sie sich dar­in wiederfinden?
Heut­zu­ta­ge gibt es in jeder Bran­che einen Rock- bzw. Pop­star, der Rock­star des Direkt­ma­rektings, der Rock­star der Elek­tri­ker-Innung. Die Ein­zi­gen, die kei­ne Rock­stars sind, sind die Rock­stars sel­ber. Die glau­ben, sie sind Brands.

Wie erklä­ren Sie sich Ihren Erfolg?
Ich habe über vie­le Jah­re hin­weg ver­sucht, die bes­te Arbeit, die ich machen kann, zu machen. Das funk­tio­nier­te manch­mal bes­ser, und manch­mal weni­ger gut.

War­um las­sen Sie sich nackt fotografieren?
Als Öster­rei­cher habe ich vor der Nackt­heit kei­ne gro­ße Angst, alle unse­re Wie­ner Bade­strän­de zur Stu­den­ten­zeit waren Nackt­ba­de­strän­de. Da mir klar war, dass die Nackt­heit - zumin­dest im Design­zu­sam­men­hang - hier in Ame­ri­ka sehr unge­wöhn­lich ist, habe ich die­se Unge­wöhn­lich­keit aus­ge­nutzt. Als Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­si­gner funk­tio­niert die Über­ra­schung des Unge­wöhn­li­chen als Stra­te­gie ausgezeichnet.

Sind Sie an einem Punkt Ihrer Kar­rie­re, an dem Sie nur noch Design für Desi­gner machen können?
Design für Desi­gner hat mich nie inter­es­siert, da kom­men oft lang­wei­li­ge, inter­ne, für einen klei­nen Kreis bestimm­te Pro­jek­te her­aus. Aber ich bin an einem Punkt mei­nes Lebens ange­langt, an dem ich mir es leis­ten kann, nur noch Pro­jek­te, die mich wirk­lich inter­es­sie­ren, zu machen.

War­um neh­men Sie nur noch »non-commercial«-Aufträge an?
Weil ich schon genü­gend kom­mer­zi­el­le in mei­nem Leben fer­tig­ge­stellt habe. Da macht mich jetzt etwas Neu­es, von mir noch Uner­prob­tes mehr an.

Wie wecken Sie mit Ihrer Gestal­tung das Ent­zü­cken beim Betrachter?
Manch­mal, in dem wir ver­su­chen, etwas beson­ders Schö­nes zu gestal­ten. Oder etwas beson­ders Per­sön­li­ches. Oft errei­chen wir es nicht.

Wann ist der for­ma­le Aus­druck einer Idee wich­ti­ger als die Idee selbst?
Ich wür­de bei­de als gleich­wich­tig betrachten.

»Stets muss die Pra­xis auf guter Theo­rie beru­hen«, sag­te Leo­nar­do da Vin­ci – gilt das für Sie ebenfalls?
Nicht unbe­dingt: Es gibt durch­aus die Mög­lich­keit, etwas aus dem Bauch her­aus zu gestal­ten, das ohne Theo­rie zu einem guten Ergeb­nis füh­ren kann.

Wel­che (Design)-Methoden benut­zen Sie inner­halb Ihrer Krea­tiv­ar­beit?
In der Ver­gan­gen­heit habe ich oft sehr genaue Skiz­zen gefer­tigt (ich besit­ze 25 groß­for­ma­ti­ge, meist peni­bel geführ­te Skiz­zen­bü­cher), die dann so getreu wie mög­lich umge­setzt wur­den; ein Design war dann fer­tig, wenn es die Skiz­ze so exakt wie mög­lich dupli­zier­te, eine high-res-Ver­si­on derselben.
Die­se Arbeits­me­tho­de wur­de mit den Jah­ren ein wenig ein­glei­sig, und so pro­bie­ren wir aller­lei ande­re Mög­lich­kei­ten aus, z. B: statt Skiz­zen Zeit­be­schrän­kung. Wir haben dies bei einem Auf­trag zur Gestal­tung einer Serie von fünf Pla­kat­wän­den für die Stadt Paris aus­pro­biert: Wir sind samt einer gemie­te­ten high-res-Kame­ra nach Ari­zo­na geflo­gen, mor­gens jeden Tag um 6 Uhr auf­ge­stan­den, sind ohne Skiz­ze in die Wüs­te und haben mit den dort gefun­de­nen Mate­ria­li­en pro Tag ein Design gestal­tet, ins­ge­samt fünf Pla­kat­wän­de in fünf Tagen. Wir muss­ten täg­lich spä­tes­tens um 17 Uhr fer­tig sein da um 18 Uhr die Son­ne unter­ging und wir kei­ne Blitz­an­la­ge mit­ge­bracht hatten.

Wo sehen Sie sich und den Beruf des Desi­gners in zehn Jahren?
Ich bin ein schlech­ter Wahr­sa­ger. Dem Beruf wird es sehr wahr­schein­lich gut gehen, denn selbst wenn AI eini­ges unse­rer Arbeit über­neh­men wird, wird es für fle­xi­ble Desi­gner immer vie­le Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten geben, ob in VR, AR oder AI. Ich sel­ber hof­fe, dass ich in 10 Jah­ren immer noch ein win­zi­ges Design­stu­dio in NYC lei­ten werde.

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