Ausstellung

»Writing Pictures« im öffentlichen Raum

Die Bielefelder »Plakartive« zeigt große Formate

Von der Redaktion


In Bie­le­feld ver­än­dert Kunst das Stadt­bild – zumin­dest in der Min­de­ner Stra­ße. Dort sind bis zum 10. Sep­tem­ber 2015 im Rah­men der »Plak­ar­ti­ve« gro­ße For­ma­te zu sehen. Die von Uwe Göbel von der Fach­hoch­schu­le Bie­le­feld als Bien­na­le kon­zi­pier­te Aus­stel­lung nutzt vor­han­de­ne und zusätz­lich auf­ge­stell­te Pla­kat­wer­be­flä­chen als Bild­trä­ger, um etwas Neu­es sicht­bar zu machen. Göbel: »Kunst auf der Pla­kat­wand durch­bricht die gewohn­te Wahr­neh­mung von Wer­be­bot­schaf­ten im Stra­ßen­bild. Die Kunst trifft ohne die räum­li­che Begren­zung von Muse­en und Gale­rien direkt auf den Betrach­ter und öff­net der Wer­be­flä­che mit ganz ande­ren Bil­dern und Bot­schaf­ten eine neue Dimension.«

Zwei der Tex­te, die im Kata­log zur »Plak­ar­ti­ve« erschei­nen sind, ver­öf­fent­li­chen wir in die­ser Aus­ga­be von »Spra­che für die Form«, die Essays »Schreib Bil­der Wri­ting Pic­tures« und »Kunst : Jetzt = Bewusst-Sein-Kunst«, bei­de aus der Feder des Künst­lers und Phi­lo­so­phen Ger­hard Johann Lischka.

  • Plakat zur Ausstellung »Writing Pictures«
    Pla­kat zur Aus­stel­lung »Wri­ting Pictures«
  • Barbara Vinken – »z.Hd.«
    Bar­ba­ra Vin­ken – »z.Hd.«
  • Vollrad Kutscher – »Der weiße Traum«
    Voll­rad Kut­scher – »Der wei­ße Traum«
  • Geza Frei – »Anmut«
    Geza Frei – »Anmut«
  • Peter Weibel – »Schatten & Licht«
    Peter Wei­bel – »Schat­ten & Licht«
  • Klaus Staeck – »Apokalyptische Reiter«
    Klaus Staeck – »Apo­ka­lyp­ti­sche Reiter«
  • Uwe Göbel – »Augenhöhe«
    Uwe Göbel – »Augen­hö­he«
  • James Lee Byars – »Selfportrait 1995«
    James Lee Byars – »Self­por­trait 1995«
  • Michael Kelly – »life«
    Micha­el Kel­ly – »life«
  • Rosa ter Kuile – »Three Bras«
    Rosa ter Kui­le – »Three Bras«
  • Timm Ulrichs – »Jesuis«
    Timm Ulrichs – »Jesu­is«
  • Thorsten Höning – »Balinesian Coral Alphabet«
    Thors­ten Höning – »Bali­ne­si­an Coral Alphabet«
  • Volker Friedrich – »fundamental«
    Vol­ker Fried­rich – »fun­da­men­tal«

Essay

Schreib Bilder Writing Pictures

Beitrag I aus dem Katalog zur »Plakartive 2015«

Schrei­ben ist fest­hal­ten, fixie­ren, vor­schrei­ben. Aus einer Tätig­keit, aus Geschich­ten und Ideen wird in einem Medi­um eine Abs­trak­ti­on sicht­bar und je nach dem les­bar. In wel­cher Form das auch sei: Für den Schrei­ben­den und den Lesen­den muss eine bei­de ver­ei­ni­gen­de Mit­te als Über­ein­kunft getrof­fen wor­den sein. Wie vie­le sich die­sem Code und des­sen Auf­zeich­nungs­for­men anschlie­ßen und ihn gebrau­chen, gestal­tet Völ­ker, Natio­nen ja den gesam­ten glo­ba­len Zei­chen­fluss als erd­um­span­nen­de Kommunikation.

Dabei gibt es noch über den ent­spre­chen­den Daten die die­se in einen grö­ße­ren Kon­text stel­len­den Meta-Daten, die Zusam­men­hän­ge und Richt­li­ni­en sicht­bar und ver­steh­bar machen. Die­se Ebe­ne hat meis­tens mit Ver­wal­tung, Orga­ni­sa­ti­on und Macht zu tun, was heißt, dass sie die Öko­no­mie, die Poli­tik, den Glau­ben und die Küns­te so dar­stel­len, wie es die gesell­schaft­li­chen Über­ein­künf­te gestatten.

Wenn Scha­ma­nen auf wei­ßen Tüchern Buchen­Stä­be durch­ein­an­der schüt­tel­ten und dazu geheim­nis­voll raun­ten und den Sinn der Kon­stel­la­tio­nen zu eru­ie­ren ver­such­ten, so wur­den aus die­sen Ritua­len Ele­men­te geformt, die frei kom­bi­nier­bar als Runen­Schrift all­ge­mein ver­ständ­lich wur­den. Sind wir heut­zu­ta­ge glo­bal ver­netzt mit digi­ta­len Codes, die Bild, Text und Ton von über­all her über­all hin in Sekun­den­schnel­le ver­schi­cken las­sen, erse­hen wir zwar die Bot­schaft, wie sie aber zustan­de kommt, ist eine Black Box, wie nur den »Schrei­bern« im alten Ägyp­ten und den »Schrift­ge­lehr­ten« im Mit­tel­al­ter ver­traut. Hier wird ersicht­lich, dass die Basis der »Schrift«, die allen zuge­eig­net ist, die in der ent­spre­chen­den Gemein­schaft ver­trau­te Mut­ter­spra­che ist, die von der Mut­ter implan­tier­ten Töne, die lang­sam ver­traut zum eige­nen Spre­chen führen.

Und je mehr wir uns an Wör­tern und deren Bedeu­tung aneig­nen, des­to raf­fi­nier­ter wird unser Wis­sens­Schatz und unse­re Fähig­keit im spie­le­ri­schen Umgang mit Tex­ten, Tönen und Bil­dern. Haben wir nun sogar die Mög­lich­keit, uni­la­te­ra­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­ge in ein rie­si­ges Netz kol­la­te­ra­ler Bezü­ge zu erwei­tern und den Aus­tausch von Ideen mul­ti­me­di­al in Echt­zeit um die Welt zu schi­cken, sind wir zu ato­pi­schen Kno­ten in von Strom gene­rier­ten Ener­gie­knäu­eln gewor­den. Sie sind direkt an unser Selbst ange­dockt und gene­rie­ren die fast unzäh­li­gen Sel­fies einer unauf­hör­li­chen Massenkommunikation.

In die­sen Knäu­eln wer­den die klas­si­sche Hand­Schrift, das Buch, das Thea­ter, Film und TV digi­tal zu einer audio­vi­su­el­len Zei­chen­Spra­che, die der­mas­sen kom­plex und dis­po­ni­bel ist, dass sich end­los Hybri­de bil­den, wel­che kla­re Zuord­nun­gen in einer stän­dig sich ver­än­dern­den Ener­gie­Bün­de­lung per­for­ma­ti­ver Art auf­schei­nen lassen. 

Die Zei­chen im Per­for­ma­tiv wer­den – wie könn­te es anders sein – aus einer gewis­sen Sta­bi­li­tät ins Insta­bi­le getrie­ben. Sie gehen Kom­bi­na­tio­nen ein, die sich der Geschwin­dig­keit ihrer Wahr­neh­mung anpas­sen und sogar die Beschleu­ni­gung evo­zie­ren. Fol­gen wir beim Lesen der Rei­hen­fol­ge der Buch­sta­ben, was eine gewis­se Zeit benö­tigt, sehen und hören wir durch die elek­tro­nisch funk­tio­nie­ren­den Dis­plays ihrer Dis­po­ni­bi­li­tät ent­spre­chend eine auf uns ein­stür­men­de Bild-, Text- und Ton-Varia­bi­li­tät, wel­che die übli­cher­wei­se län­ge­ren Text­pas­sa­gen zwar bedient, Bild und Ton über­flü­geln die­se aber bei weitem.

Wir sind im Video­sta­di­um und genie­ßen des­sen Ersatz­Rea­li­tät, die unse­re Wirk­lich­keit in ihrer Instanta­nei­tät zudem noch dank vie­ler Tricks und Gags so nor­mal aus­se­hen lässt. Den­ken wir nur an das Spie­gel­sta­di­um, das uns die Gegen­wart fixie­ren lässt. Im Video­sta­di­um erstür­men alle tech­ni­schen Gad­gets unse­re Auf­merk­sam­keit. Und wir bestim­men instantan wie die jewei­li­ge Via­bi­li­tät aus­sieht, wel­che Ein­stel­lung uns bes­ser gefällt und wie lan­ge wir in wel­chem Bewusst­seins­zu­stand wel­chen Zei­chen folgen.

So gese­hen sind wir im Bann der Hyper­Rea­li­tät, was aber nicht bedeu­tet, dass wir nicht Unter­schei­dun­gen tref­fen kön­nen, durch wel­che die Medi­en zu unse­ren Guns­ten funk­tio­nie­ren. Es ist die Kunst, die uns wie in den Alten Medi­en eben­so in den Neu­en Medi­en die Fähig­keit zur Dif­fe­ren­zie­rung und ande­ren Akzen­tu­ie­run­gen bereit­stellt, um die Zei­chen der Zeit sowohl zu erken­nen als auch zu gestal­ten. Dabei bün­delt sich die Kunst wie zu einem Blitz der Erkennt­nis, zu einem von Inter­es­se gefüll­ten Wohl­ge­fal­len oder Erschre­cken, das ähn­lich einer Hyp­no­se wäh­rend kur­zer oder län­ge­rer Zeit den Rezi­pi­en­ten mit der Kunst so ver­bin­det, dass er zum Pro­du­zen­ten der von der Kunst beab­sich­tig­ten Idee, Wir­kung wird: dem­nach eine idea­le Ver­bin­dung her­stellt. Ob es sich dabei um Musik han­delt, die
uns ja gera­de­zu unter­schwel­lig gefan­gen nimmt und in Schwin­gun­gen ver­setzt. Ob es Bil­der und Räu­me sind, die uns in sie hin­ein­zie­hen. Oder schließ­lich Tex­te und Ideen, die unse­re Gedan­ken so beflü­geln, dass wir in einer Homöo­sta­se des Ver­ste­hens, Erstau­nens und Wohl­be­fin­dens Glücks­ge­füh­le empfinden.

Bezo­gen auf Schreib Bil­der soll das bedeu­ten: Wenn wir Wor­te hören, die uner­hört tönen. Wenn wir Tex­te lesen, die ein Uni­ver­sum an Vor­stel­lun­gen beschwö­ren. Wenn wir Bil­der nicht gese­he­ner Ima­gi­na­ti­on als Erwei­te­run­gen unse­rer Ein­bil­dungs­kraft erör­tern. Wenn uns die ver­sam­mel­ten Küns­te für Momen­te in unse­ren Vor­stel­lun­gen uto­pi­scher Gegen­wär­tig­keit begeg­nen und bestä­ti­gen. Dann kann man sagen Mind the Art. Suche und fin­de die Kunst, die wir in ihrem Kern als ver­bin­den­des Ele­ment der Erkennt­nis emp­fin­den, dass die Zei­ten sich als Jetzt kon­kre­ti­sie­ren. Im Zei­chen der Auf­lö­sung und Schaf­fung des Selbst als von der Gesell­schaft ermög­lich­te Alterität.

Essay

Kunst : Jetzt = Bewusst-Sein-Kunst

Beitrag II aus dem Katalog zur »Plakartive 2015«

Bewusst­sein braucht Zeit, denn es ist ein stän­di­ges Bewusst­wer­den. Es sind Ent­schei­dun­gen, die wir immer wie­der modi­fi­zie­ren, unse­ren Lebens­la­gen anpas­sen. Wobei es sich um Selbst- wie um Fremd­be­stim­mun­gen han­delt: was nach unse­rem Wil­len ist oder uns nicht genehm, wenn nicht gar zuwi­der ist.

Die­ser Pro­zess betrifft pri­mär unser kör­per­li­ches Wohl­be­fin­den. Doch wie wirkt sich die dau­ernd sich ver­än­dern­de Bewusst­seins-Lage auf unse­ren Geist und die Psy­che, unser ganz­heit­li­ches Kör­per­bild aus?

Das zu beant­wor­ten ist schwie­rig. Es reizt uns aber den­noch, über den Gewinn von Bewusst­seins-Erwei­te­run­gen, die man ja nur indi­vi­du­ell erfah­ren kann, nach­zu­den­ken. Und wir bemer­ken, dass es zunächst unter­schied­li­che Bewusst­seins-Hori­zon­te gibt, die es zu erwei­tern gilt.

Dabei ist der inter­es­san­tes­te, nie abschliess­ba­re und defi­ni­tiv dis­ku­tier­ba­re Hori­zont die Kunst. Auf die Geschich­te bezo­gen, wer­den wir uns ver­hält­nis­mäs­sig schnell über als Kunst akzep­tier­te Wer­ke ver­stän­di­gen. Was aber gegen­wär­tig Kunst ist, dar­über kann ein end­lo­ser Dis­kurs mit Aner­ken­nung und Kri­tik geführt werden.

Auch unser eige­nes Urteil konn­ten oder muss­ten wir dabei revi­die­ren, die sich durch­set­zen­den Mei­nun­gen waren zu über­zeu­gend. Es ist aber sehr wahr­schein­lich, dass die­se auch wie­der­um modi­fi­ziert wer­den, wenn nicht gar wider­legt. Das Gegen­warts-Kunst-Pro­jekt ist und bleibt offen, gera­de weil es hin­ter­frag­bar ist.

Hördatei

»Ein Zweck jenseits aller Zwecke«

Horst Bredekamp über Kunst und Design

Von Jennifer Hirlinger


Prof. Dr. Horst Bre­de­kamp lei­tet an der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät Ber­lin das Exzel­lenz­clus­ter »Bild Wis­sen Gestal­tung«, in dem For­scher aus mehr als 25 Dis­zi­pli­nen zusam­men­ar­bei­ten. Der Kunst­his­to­ri­ker gibt Ein­blick in das inter­dis­zi­pli­nä­re Labor und stellt anhand von Bei­spie­len dar, wel­che Brand­brei­te die Arbeit in die­sem inter­dis­zi­pli­nä­ren Labor hat, in dem Natur- und Geis­tes­wis­sen­schaft­ler zusammenwirken.

»Zur Ori­gi­na­li­tät gehört unab­ding­bar die Selbst­di­stanz, die Distanz zur eige­nen Zeit und zum eige­nen Umfeld als fun­da­men­ta­le unab­ding­ba­re Vor­aus­set­zung«, erklärt Bre­de­kamp. Im Inter­view hebt er her­vor, wie zen­tral für die Qua­li­tät im Design auch das inten­si­ve Stu­di­um sei­ner Geschich­te ist.

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»Die Störstelle ist der Mensch«

Francesca Vidal über die »Rhetorik des Virtuellen«

Von Elena Hadulla und Robin Auer


Fran­ce­s­ca Vidal spricht dar­über, dass die kon­kre­te Vir­tua­li­tät heut­zu­ta­ge in alle Berei­che unse­res Lebens ein­greift, und erin­nert sich gern dar­an zurück, dass sie ihre Magis­ter­ar­beit noch auf einer Schreib­ma­schi­ne schrei­ben durf­te. Digi­tal gegen ana­log – im Inter­view mit Fran­ce­s­ca Vidal geht es um die Vir­tua­li­sie­rung der Welt und den davon gepräg­ten All­tag, um Wan­del und Anpas­sung, Be- und Entlastungen.

Die habi­li­tier­te Kul­tur­wis­sen­schaft­le­rin geht zudem auf die Ver­wandt­schaft zwi­schen Rhe­to­rik und Design ein; bei­den gehe es um Wir­kun­gen, die gezielt her­bei­ge­führt wer­den sol­len. Die Prin­zi­pi­en der Rhe­to­rik sei­en auf die Gestal­tung über­trag­bar. Der Gestal­ter wol­le ein­grei­fen und tue das nicht um des Schmucks wil­len, son­dern weil er Wir­kungs­zie­le verfolge.

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»Bilder sprechen zwar nicht, aber sie handeln«

Klaas Huizing über Medien und ihre Wirkungen

Von Debora Afra Meschenmoser und Johanna Kleyla


Wer­den wir »elek­tro­nisch gedopt«? Die­se Fra­ge stellt sich Klaas Hui­zing. Er plä­diert für eine Ent­dä­mo­ni­sie­rung der Bil­der und unter­sucht, wie im Medi­um des Bil­des selbst über die Gefah­ren und Chan­cen der Bil­der nach­ge­dacht wer­den kann. So spricht Klaas Hui­zing im Inter­view über die Ver­ant­wor­tung der Medi­en­ethik und wie wir uns vor dem Rausch der Medi­en und Bil­der schüt­zen können.

Jedes Medi­um kön­ne Sucht­ver­hal­ten aus­lö­sen. Der Autor, Theo­lo­ge und Phi­lo­soph zeigt indes, dass es bei einer bewuss­ten Aus­ein­an­der­set­zung mit Medi­en nicht zu einem »Bild­stau im Kopf« kom­men muss. Hui­zing befin­det: »Auch die Desi­gner soll­ten ler­nen, dass Bil­der nicht nur Ober­flä­che sind.«

Hördatei

»Infografiken werden multimodaler«

Für Wibke Weber hat Design mit Sprache und Text zu tun

Von Alexandra Haase und Berit Homann


Wib­ke Weber hat jah­re­lang als Jour­na­lis­tin für Hör­funk und Online-Medi­en gear­bei­tet. Dabei konn­te sie aus ihrer wis­sen­schaft­li­chen Aus­bil­dung wich­ti­ge Erfah­run­gen für ihre spä­te­re theo­re­ti­sche und prak­ti­sche Arbeit mit­neh­men. Heu­te forscht sie an der Zür­cher Hoch­schu­le für ange­wand­te Wis­sen­schaf­ten und beschäf­tigt sich unter ande­rem mit den The­men Bild­se­mio­tik, Infor­ma­ti­ons­vi­sua­li­sie­rung und Visu­al Sto­rytel­ling. Sie betont, dass Attrak­ti­vi­tät, Ver­ständ­lich­keit und ein rele­van­tes The­ma eine gute Info­gra­fik ausmachen.

Wib­ke Weber spricht im Inter­view über rhe­to­ri­sche Mit­tel, die im Bereich der Daten­vi­sua­li­sie­rung ein­ge­setzt wer­den, und über ihre Erfah­run­gen als Gast­pro­fes­so­rin an der Nan­yang Tech­no­lo­gi­cal Uni­ver­si­ty in Singapur.

Essay

Du musst überzeugend sein

Über »Perspective«, Haltung und Charakter des Gestalters

»Spra­che für die Form« hat Vilim Vasa­ta eine Lis­te mit Fra­gen vor­ge­legt, auf die er mit einem Essay ant­wor­tet, in sei­nem Sprach­duk­tus, der das Gestal­ter-Alter-ego direkt anspricht. In der Fol­ge, kur­siv gesetzt, zuerst die Fra­gen, dann, im regu­lä­ren Schnitt, Vilim Vasa­tas Reak­ti­on darauf.

• Herr Vasa­ta, mehr als ein hal­bes Jahr­hun­dert wir­ken Sie in Deutsch­land und inter­na­tio­nal als Gestal­ter und gaben zudem als Pro­fes­sor für Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­sign Ihr Wis­sen wei­ter. Las­sen wir den tech­ni­schen Fort­schritt ein­mal außer Acht: Was sehen Sie als die wesent­li­che Ver­än­de­rung in der Gestal­tung über die­se Zeit hin­weg an?
• Hat sich die Rol­le des Gestal­ters gewandelt?
• Wel­che gesell­schaft­li­che Rol­le spielt Gestaltung?
• Wie soll­ten die Hoch­schu­len ange­hen­de Gestal­ter auf die­se Rol­le vorbereiten?
• Wis­sen­schaft­li­che Metho­den wer­den zuneh­mend in der Arbeits­welt und der Wirt­schaft ein­ge­setzt. Hat das Aus­wir­kun­gen auf die Arbeit der Desi­gner? Bekom­men Design­for­schung, Design­wis­sen­schaft, Design­theo­rie einen grö­ße­ren Stel­len­wert für Den­ken, Metho­den und Pra­xis des Gestalters?
• Bin­nen der letz­ten ein, zwei Jahr­zehn­te hat die Hirn­for­schung sich zu eine Leit­wis­sen­schaft eta­bliert. Gehen sol­che Ent­wick­lun­gen den Gestal­ter etwas an?
• Gestal­ter arbei­ten stark mit Asso­zia­tio­nen, sie spie­len im Krea­ti­ons­pro­zess, zur Ideen­ge­win­nung und bei der Form­ge­bung eine wich­ti­ge Rol­le. Was muss hinzukommen?
• »Das Design der Kom­mu­ni­ka­ti­on ist das Bild eines Dia­logs. Es ist die Archi­tek­tur des Dia­logs, den wir alle mit­ein­an­der füh­ren.« Das sag­ten Sie in einem Vor­trag und führ­ten aus, das Design der Kom­mu­ni­ka­ti­on habe »die Auf­ga­be, in den Pro­zes­sen unse­rer Ver­stän­di­gung die Form, den Stil und den Anstand zu bestim­men«. Die Rhe­to­rik galt seit der Anti­ke als eine der wich­tigs­ten Bil­dungs­in­sti­tu­tio­nen, in der Form und Stil sehr wohl eine ethi­sche Dimen­si­on besa­ßen. Muss der­je­ni­ge nicht über eine beson­de­re Bil­dung ver­fü­gen, der Kom­mu­ni­ka­ti­on gestal­ten will?
• Design sei nichts als Spra­che, zitier­ten Sie Keith Haring in Ihrer Auto­bio­gra­phie. Zur Spra­che zäh­len in die­ser Auf­fas­sung also nicht allein die Ver­bal­spra­che, son­dern auch Zei­chen und Bil­der. Lässt sich das eine, die Wör­ter, vom ande­ren, die Bil­der, tren­nen? Oder muss der Gestal­ter mit bei­dem arbeiten?
• »Die Spra­che ist Rhe­to­rik«, sag­te Nietz­sche. Was bedeu­te­te das für den Gestalter?
• Neben Fach­kennt­nis­sen und gestal­te­ri­schem Poten­ti­al: Was soll­te ein jun­ger Mensch, der Design stu­diert, für den Beruf als Gestal­ter mitbringen?
• In Ihrer lan­gen und erfolg­rei­chen Lauf­bahn haben Sie sich vie­ler­lei gestal­te­ri­scher Haus­for­de­run­gen ange­nom­men und sind mit vie­len Aus­zeich­nun­gen und Prei­sen aus­ge­zeich­net wor­den. Wel­cher Auf­trag war Ihnen der liebs­te, wel­che Aus­zeich­nung bedeu­tet Ihnen am meisten?
• Wel­chen Auf­trag bekä­men Sie ger­ne noch?

Wenn sich dir also die­se Fra­ge der Fra­gen stellt, was sich nach Jahr­zehn­ten der schweiß­trei­ben­den Arbeit des Kum­pels im Schacht, im Wesent­li­chen, also wohl über­deut­lich, ver­än­dert hat, so ent­steht in mir als Ers­tes ein Gefühl von Verlust.

Ver­lust von Bedeu­tung, Ver­lust wohl auch des Glau­bens an die im Ein­fachs­ten gro­ße Idee. Ich beant­wor­te die Fra­ge: Ich sehe heut­zu­ta­ge kaum ande­res als die Klein­tei­lig­keit. Das Ras­ter­den­ken der Markt-Manage­ments gegen gro­ßen Instinkt. Was sehe ich? Charts gegen Stift. Paul Klee: “A line is a dot which went for a walk.” Ein­mal am Ziel, da war’s gezeich­ne­te Poesie.

Ich sehe nun die­sen Ver­lust aller Übersicht.

Symposion »Affekte und ihre Wirkung« | Essay

Wie Gefühle angesprochen werden

Eine Einführung in die rhetorische Affektenlehre

Im Rah­men des Sym­po­si­ons »Affek­te und ihre Wir­kung«, das an der Fach­hoch­schu­le Kiel am 1. Mai 2015 ver­an­stal­tet wur­de, hielt der Orga­ni­sa­tor der Tagung, Bernd Stein­brink, einen Vor­tag auf der Basis des fol­gen­den Essays.

Die Affek­ten­leh­re hat eine lan­ge Tra­di­ti­on. Affek­te, so hat­ten bereits die frü­hen Rhe­to­ri­ker der Vor­so­kra­tik erkannt, übten bedeu­ten­den Ein­fluss auf Rich­ter, Ent­schei­dungs­trä­ger und deren Urtei­le aus. Aller­dings war die Leh­re von den Affek­ten in der vor­aris­to­te­li­schen Zeit wenig sys­te­ma­tisch. In der Rhe­to­rik gab es die Theo­rie von die Rede­tei­len, die spä­ter als »par­tes ora­tio­nis« bezeich­net wur­den. Den ver­schie­de­nen Rede­tei­len – Ein­lei­tung, Haupt­teil, Schluss – waren unter­schied­li­che Auf­ga­ben zuge­teilt, der Schluss soll­te die Rich­ter auch emo­tio­nal errei­chen. Aris­to­te­les ver­band die Leh­re von den Rede­tei­len in sei­ner Rhe­to­rik mit den Pro­duk­ti­ons­sta­di­en der Rede, den spä­te­ren offi­cia ora­tio­nis: der inven­tio (der red­ne­ri­schen Erfin­dung und Recher­che), der dis­po­si­tio und elo­cu­tio (wobei die spä­ter von Rhe­to­ri­kern behan­del­ten Aspek­te memo­ria und actio bzw. pronun­tia­tio von ihm nicht berück­sich­tigt wur­den). Zwar dis­ku­tiert Aris­to­te­les die Affek­te auch aus­führ­lich im 3. Buch sei­ner Rhe­to­rik im Zusam­men­hang mit dem Rede­schluss, doch stel­len sie für ihn Über­zeu­gungs­mit­tel, pist­eis, dar, die neben der ratio­na­len Argu­men­ta­ti­on von Belang sind: »Ange­mes­sen­heit [pre­pon] wird der Stil haben, wenn er Pathos und Ethos ver­mit­teln kann, und das ana­log dem zugrun­de lie­gen­den Sach­ver­halt.«[1] Die Aus­drü­cke Pathos und Ethos ste­hen bei Aris­to­te­les für die Begrif­fe Affekt und Charakter.

Die Aus­führ­lich­keit, mit der Aris­to­te­les in sei­ner Rhe­to­rik die Affek­te behan­delt und damit zum Begrün­der der rhe­to­ri­schen Affek­ten­leh­re wird, mag auf Pla­ton zurück­ge­hen. Der lehn­te die Affekt­wir­kung in sei­ner »Poli­te­ia«, der Schrift vom Staat, zwar weit­ge­hend ab. »Wir fürch­ten für unse­re Wehr­män­ner, daß sie uns eben nicht durch die­sen Schau­der auf­ge­lös­ter und weich­li­cher wer­den als bil­lig.«[2] An ande­rer Stel­le for­dert er für die Musik eine Aus­wahl zuge­las­se­ner Ton­ar­ten, denn die »(i)onische (…) und die lydi­sche wer­den schlaff genannt«[3] und bewirk­ten Weich­lich­keit. Auf der ande­ren Sei­te for­dert Pla­ton in sei­ner Schrift »Phai­dros« für den Red­ner, er sol­le sich mit den psy­cho­lo­gi­schen Ursa­chen befas­sen, die für die Wir­kung der Rede maß­geb­lich sind.[4] Und genau das macht Aris­to­te­les. Bei ihm steht der Begriff »Pathos« für Affek­te, er führt zusam­men­fas­send ver­schie­de­ne an, nach­dem er zuvor dis­ku­tiert hat­te, wie sie erweckt wer­den: Mit­leid, Ent­rüs­tung, Zorn, Hass, Neid, Eifer, Furcht, Begier­de, Freu­de, Freund­schaft, Sehn­sucht und feind­se­li­ge Hal­tung. [5] Wenn klar ist, »wenn Art und Bedeu­tung der Fak­ten fest­ste­hen, schürt man die Emo­tio­nen des Hörers. Die­se sind Mit­leid, Ent­rüs­tung, Zorn, Haß, Neid, Eifer­sucht und Streit­lust«.[6]

Es wäre nun leicht, einen Sprung zur moder­nen Affekt­for­schung zu machen, bei­spiels­wei­se zu Paul Ekman. Der in der Wis­sen­schaft nicht unum­strit­te­ne For­scher unter­schei­det sie­ben soge­nann­te Basis­emo­tio­nen: Fröh­lich­keit, Wut, Ekel, Furcht, Ver­ach­tung, Trau­rig­keit und Über­ra­schung. Er fin­det und unter­sucht sie vor allem im mimi­schen Aus­druck. Doch zwi­schen Aris­to­te­les und der moder­nen For­schung lie­gen diver­se Ent­wick­lun­gen und Dis­kus­sio­nen, in denen es immer wie­der um Affek­te und ihre Wir­kung geht, wobei die grund­le­gen­den Affek­te unter­schied­lich benannt wer­den. Zurück also zu Aristoteles.

Aris­to­te­les unter­schei­det vom Pathos, den »eigent­li­chen« Affek­ten, den Begriff »Ethos«. »Was die Glaub­wür­dig­keit betrifft, kommt es sehr dar­auf an, (…) daß der Red­ner einen bestimm­ten Ein­druck hin­ter­läßt, daß die Zuhö­rer den Ein­druck gewin­nen, die Stim­mung des Red­ners, die er ver­mit­telt, sprä­che sie in irgend­ei­ner Wei­se an (…). Daß Red­ner selbst glaub­wür­dig sind, dafür gibt es drei Grün­de (…): Es sind dies Ein­sicht, Tugend und Wohl­wol­len.«[7] Nun bezeich­net Aris­to­te­les Ethos nicht als eine Spiel­art der mil­de­ren, sanf­ten Affek­te, bei ihm bezeich­net es den Cha­rak­ter und das damit ver­bun­de­ne Image des Red­ners, das aller­dings auch auf die Stim­mung der Zuhö­rer wirkt. Eine spä­te­re Inter­pre­ta­ti­on im Sin­ne mil­de­rer Affek­te, zum Teil durch Cice­ro und spä­ter durch Quin­ti­li­an, ist daher aller­dings nahe­lie­gend. Auch ist dar­aus zu lesen: Ein Red­ner, der über­zeu­gen will, muss sel­ber über­zeu­gend sein und die Affek­te, die er beim Publi­kum her­vor­ru­fen will, selbst leben. Inso­fern ver­bin­det sich die Per­son des Red­ners in der Pra­xis mit den Affek­ten, die er her­vor­ru­fen will. Wie wesent­lich die Per­son des Red­ners für den Über­zeu­gungs­pro­zess ist, zeigt sich schon dar­in, dass der wohl bekann­tes­te Rhe­tor der Römer, Cice­ro, sei­ne bei­den wich­tigs­ten Schrif­ten zum The­ma »Vom Red­ner (de ora­to­re)« und »Der Red­ner (ora­tor)« nann­te. Die Über­zeu­gungs­kraft von Per­so­nen zeigt sich übri­gens in heu­ti­ger Zeit auch in der Wer­bung: Wir ken­nen die Chef­wer­bung und die Pro­mi­nen­ten­wer­bung, bei denen jeweils das Anse­hen der Per­son als Über­zeu­gungs­grund ange­führt wird.

Symposion »Affekte und ihre Wirkung« | Vortrag

Rede mit Gefühl

Über Irrationalismus und Rhetorik

Im Rah­men des Sym­po­si­ons »Affek­te und ihre Wir­kung«, das an der Fach­hoch­schu­le Kiel am 1. Mai 2015 ver­an­stal­tet wur­de, trug Gert Ueding das unten­ste­hen­de Manu­skript vor.

Sehr geehr­te Damen und Herren,

als die Göt­ter sterb­li­che Wesen aus Erde und Feu­er schu­fen, erhiel­ten Pro­me­theus und Epi­me­theus bekannt­lich den Auf­trag, »sie aus­zu­stat­ten und jeder ein­zel­nen Art ange­mes­se­ne Fähig­kei­ten zu ver­lei­hen«. Epi­me­theus, der die­se Auf­ga­be für sich reser­vier­te, ver­lor den Über­blick: Als er an den Men­schen kam, war schon alles weg­ge­ge­ben, und wenn nicht Pro­me­theus den spek­ta­ku­lä­ren Dieb­stahl des Feu­ers aus der Werk­statt des Hephais­tos und die Über­tra­gung von Weis­heit und Kunst­fer­tig­keit Athe­nas auf die Men­schen began­gen hät­te, wäre von den schwa­chen Zwei­bei­nern bald nicht mehr viel übrig geblie­ben. So aber nutz­ten sie als­bald ihre Fähig­kei­ten zum Woh­nungs­bau, zur Ernäh­rungs­be­schaf­fung und vor allem zur Erfin­dung der Spra­che. Um sich vor den wil­den Tie­ren zu schüt­zen, grün­de­ten sie Städ­te, aber vor der eige­nen Zwie­tracht waren sie dadurch nicht in Sicher­heit gebracht, so dass Zeus ein­schrei­ten muss­te, Her­mes zu ihnen hin­un­ter schick­te und ihnen durch die­sen sei­nen geflü­gel­ten Boten Díke und Aidós über­brin­gen ließ. Wobei Diké die Ein­sicht in die gött­li­che Gerech­tig­keit und das Rechts­we­sen meint, Aidós aber eine Viel­falt von Bedeu­tun­gen umfasst, wie Ehr­furcht, Mit­leid, Scheu, Fein­ge­fühl, Scham oder Rück­sicht und ande­re die­ser Art mehr.

Ich bin sicher, dass Sie trotz der argen Ver­kür­zung in mei­nen Wor­ten die Erzäh­lung wie­der­erkannt haben; sie geis­tert auf ver­schlun­ge­nen Wegen durch die euro­päi­sche Geis­tes­ge­schich­te, und ich habe sie an den Anfang mei­ner Über­le­gun­gen gesetzt, weil sie in bild­li­cher Form unse­rem The­ma sehr nahe rückt. Auch ihr Ursprung ist für uns nicht unwich­tig: Sie stammt von dem gro­ßen Weis­heits­leh­rer und Red­ner Prot­agoras. Pla­ton über­lie­fert sie in dem gleich­na­mi­gen Dia­log, und die For­schung ist sich dar­in einig, dass er sie sei­nem unge­lieb­ten Prot­ago­nis­ten und Kon­kur­ren­ten nicht bloß in den Mund gelegt hat, son­dern dass sie wirk­lich von Prot­agoras stammt.

Nun mögen Sie sich fra­gen, was die­se mytho­lo­gi­sche Kul­tur­ent­ste­hungs­theo­rie in dem Zusam­men­hang mei­nes und unse­res The­mas zu suchen hat! Die Ant­wort führt uns in Rich­tung des anthro­po­lo­gi­schen Gehalts, der in Prot­agoras’ Erzäh­lung vom Pro­zess der Zivi­li­sa­ti­on steckt. Wobei wir nicht ver­ges­sen dür­fen, dass ihr Urhe­ber ein höchst ange­se­he­ner pro­mi­nen­ter Rhe­tor war. Gebo­ren um 480 im etwas abge­le­ge­nen thra­ki­schen Abde­ra, kann­te er doch durch vie­le lan­ge und wei­te Rei­sen die Welt, hat­te die Ver­fas­sung von Thu­rioi, einer grie­chi­schen Stadt­ko­lo­nie im Auf­tra­ge Athens aus­ge­ar­bei­tet, war mit Peri­kles und Euri­pi­des befreun­det, und der ers­te kon­se­quen­te Auf­klä­rer der Welt­ge­schich­te. Er mach­te das mensch­li­che Wis­sen zum Maß­stab allen Wis­sens, trat damit frei­lich den Göt­tern zu nahe, wur­de der Ase­bie ange­klagt, ver­ur­teilt und kam auf dem Wege in die Ver­ban­nung um, sei­ne Wer­ke ver­brann­ten die in vie­lem gar nicht vor­bild­li­chen Athe­ner auf ihrem Marktplatz.

Aus dem weni­gen, was uns über­lie­fert ist, kön­nen wir immer­hin ent­neh­men, dass sei­ne Rhe­to­rik­theo­rie ersicht­lich auf das Gespräch ange­legt war. Er ent­wi­ckel­te die For­men des Streit­ge­sprächs, erfand die Top­ik, begrün­de­te den lite­ra­ri­schen Dia­log und das Lehr­ge­spräch. Es ist also nicht leicht­fer­tig, wenn wir ver­mu­ten, dass auch sein anthro­po­lo­gi­sches Para­dig­ma etwas mit sei­ner rhe­to­ri­schen Pro­fes­si­on und Phi­lo­so­phie zu tun hat. Tat­säch­lich wur­de das auch schon gese­hen, und zwar von Hans Blu­men­berg in sei­nem fol­gen­rei­chen Essay »Anthro­po­lo­gi­sche Annä­he­rung an die Rhe­to­rik«. Dar­in ist eine der Haupt­the­sen, dass aller Rhe­to­rik die Auf­fas­sung vom Men­schen als einem »von der Natur im Stich gelas­se­nen Män­gel­we­sen« zugrun­de liegt. »Der Mensch als das arme Wesen bedarf der Rhe­to­rik (…), die ihn mit sei­nem Man­gel an Wahr­heit fer­tig wer­den läßt.«

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